Urlaubsmagazin Saechsische Schweiz 2026

URLAUBSMAGAZIN Elbsandsteingebirge: So wild. So wunderbar. SÄCHSISCHE SCHWEIZ 2026 www.saechsische-schweiz.de

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 1 Liebe Freunde der Sächsischen Schweiz, »So wild. So wunderbar.« ist das Leitthema für diese Ausgabe des Urlaubsmagazins Sächsische Schweiz. Ich finde, kompakter lässt sich der Reiz der eindrucksvollen Felsenwelt kaum auf den Punkt bringen. »Wild« steht für die Natur: Geologie, Flora und Fauna unserer Region sind in vielerlei Hinsicht einmalig. »Wunderbar« ergänzt das Geheimnisvolle, das sich dem wissenschaftlichen Blick entzieht, sowie die subjektive Wirkung der Landschaft auf uns Menschen. Es ist die Aufgabe der Kunst, davon zu erzählen – oder es zumindest zu versuchen. Für dieses Magazin haben wir das Wilde und Wunderbare in der Sächsischen Schweiz in allen vier Jahreszeiten für Sie gesucht – und reichlich gefunden. Lassen Sie sich entführen auf stürmische Gipfel und in düstere Schluchten, zu imposanten Felsformationen und weiten Panoramen. Entdecken Sie aber auch faszinierende Schlösser und Burgen, spannende Persönlichkeiten, kulturelle Höhepunkte, urige Gasthäuser und vieles mehr. Es war uns wieder eine Freude, dieses Heft für Sie zusammenzustellen. Lassen Sie sich inspirieren – und genießen Sie Ihre Zeit in der wilden und wunderbaren Sächsischen Schweiz! Ihr Landrat Michael Geisler Vorsitzender des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz e. V. TITELMOTIV: Blick zum Winterstein, auch »Hinteres Raubschloss« genannt. Im Mittelalter wurde darauf eine Burg errichtet. Der Aufstieg ist nur für schwindelfreie und trittsichere Wanderer geeignet. Britta Prema Redaktionsteam: Tino Richter, Geschäftsführer Tourismusverband Sächsische Schweiz; Michael Geisler, Landrat Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Vorsitzender Tourismusverband Sächsische Schweiz; Thomas Walther, Ö GRAFIK; Mandy Krebs, Marketing Tourismusverband Sächsische Schweiz; Sebastian Thiel, THIEL Creative Content Yvonne Brückner ANZEIGE Hotel & Restaurant QUARTIER 5 in Gohrisch Sommerterrasse | Mittagstisch | Tagungen | À la carte | Veranstaltungen | Zimmer Frühstück | Brunch | Spezialitätenladen | Weihnachtsfeiern | Kaffee & Kuchen +49(0)35021 599880 info@quartier-5.de www.quartier-5.de

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 2 Sebastian Rose Filmreif umspielen an einem kühlen Morgen im Mai die Nebelschleier die Felsen »Jahrhundertturm« und »Steinschleuder« an der berühmten Basteibrücke. Das ikonische Ausflugsziel ist so früh noch menschenleer. Auch Kletterer sind noch nicht unterwegs. Nur eine Amsel raschelt im Eichenlaub des letzten Jahres. Sie sucht Futter für ihre Jungen, die versteckt im Gebüsch auf Nahrung warten. Frühling in der Sächsischen Schweiz. erlebnisse.link/fruehling

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 3 Philipp Zieger Ohne Hast zieht ein einzelnes Dampfschiff seinen Wellenschleier über den spiegelglatten Fluss. Es ist wieder still am Ufer und auf dem Wasser. Die meisten Abenteurer sind nach einem langen Tag auf sandigen Pfaden zurück in der Stadt oder in ihren Ferienunterkünften. So gehört dieser magische Moment den Passagieren fast ganz allein. Noch einmal den sanften Fahrtwind auf sonnenverwöhnter Haut spüren. Noch einmal den Duft des Flusses atmen. Noch einmal hinaufblicken zu den uralten Felsen, die im Abendlicht glühen. Sommer in der Sächsischen Schweiz. erlebnisse.link/sommer

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 4 Stefan Junghannß Alt und weise zeigt sich der Pfaffenstein im Seitenlicht der tiefstehenden Oktobersonne. Jetzt kommen sie besonders schön zur Geltung, die Spuren der Jahrmillionen: die Furchen, Schluchten, Spalten und Gipfel, die den Tafelberg zur Landschaft in der Landschaft machen. Die Abende leuchten nun goldener, die Wälder duften geheimnisvoller – und Brotzeiten auf Pausenbänken schmecken so gut wie nie zuvor. Herbst in der Sächsischen Schweiz. erlebnisse.link/herbst

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 5 Sebastian Rose Anheimelnd strahlt das Licht aus der Friedrichsburg, dem barocken Lustschlösschen auf der Festung Königstein, hinaus in den Januarmorgen. Die beleuchteten Wege und Straßen entlang der Elbe markieren den Fluss wie eine Landebahn. Ein blassroter Streifen über Böhmen kündigt den Tagesanbruch an. Schnee ist selten im Elbsandsteingebirge, aber wenn er fällt, verwandelt er die Felsenwelt in ein Märchenreich. Winter in der Sächsischen Schweiz. erlebnisse.link/winter

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 6 42 46 8 76 20 INHALT 38 ANZEIGE Schwarzbachbahn in der Sächsischen Schweiz Foto: Christian Sacher a. . .uifn ZSeai ct hr esiesne gehen SOEG mbH - Projekt DAMPFBAHN-ROUTE Am Alten Güterboden 4 01445 Radebeul Telefon: 0351 2134440 E-Mail: info@dampfbahn-route.de Broschüren kostenfrei bestellbar unter: www.dampfbahn-route.de DAMPFBAHN-ROUTE Sachsen KURSBUCH REISEFÜHRER DAMPFBAHN-ROUTE Sachsen

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 7 36 72 22 50 86 Kost & Logis Seite 86 Draußen Idylle, drinnen Genuss: Wo in der Region Naturerlebnis, sächsische Gastfreundschaft und heimatliche Kulinarik verschmelzen. Kunst & Kultur Seite 98 Schönes, Inspirierendes, Geistreiches: Auf welche kulturellen Höhepunkte sich Besucher der Sächsischen Schweiz im Jahr 2026 freuen können. Nachbarn & Freunde Seite 120 Böhmische Dörfer: Wie zwei neue, grenzüberschreitende Wanderwege in besonders ruhige Ecken der Nationalparkregion entführen. Mobilität & Service Seite 122 Mit Bus und Bahn ins Wanderglück: Warum man in der Sächsischen Schweiz kein Auto braucht – und alles, was sonst noch wichtig und nützlich ist. Fels & Wald Seite 8 Berge wie Kleckerburgen, sanfte Riesen und raffinierte Minimonster: Warum die Nationalparkregion Sächsische Schweiz ein Paradies für Naturentdecker ist. Action & Abenteuer Seite 22 Aufsteigen, abstrampeln, abschalten: Wie aufregend es ist, die Sächsische Schweiz aus eigener Kraft und neuen Perspektiven zu entdecken. Menschen & Macher Seite 46 Helden auf Abruf: Wie es ist, Bergretter in der Sächsischen Schweiz zu sein. Kids & Teens Seite 50 Stöbern, staunen und sich was trauen: Wo es für Kinder und Jugendliche in der Sächsischen Schweiz garantiert nie langweilig wird. Winter & Wohlfühlen Seite 76 Einsame Aussichten, rote Wangen und dampfende Badezuber: Warum der Winter in der Sächsischen Schweiz die heimliche Hochsaison für Romantiker ist. ANZEIGE 01829 Dorf Wehlen . Schustergasse 8 www.kleine-saechsische-schweiz.de SANDSTEIN · DAMPF · MINIATUREN Das Familienerlebnis für Jung und Alt

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 8 FELS UND WALD Herkulessäulen im Bielatal Britta Prema

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 9 FELS UND WALD Naturwunder Sächsische Schweiz Stark und bedrohlich wirken sie an manchen Tagen, an anderen eher zerbrechlich und manchmal skurril: die Herkulessäulen im Bielatal. Das Material, aus dem die mächtigen Felsentürme im Süden der Sächsischen Schweiz bestehen, ist etwa 100 Millionen Jahre alt und war einst Meeresgrund. Die Geologie der Region ist so spektakulär wie ihre Ästhetik. Beides fasziniert Besucher der Region seit Jahrhunderten. Wild und wunderbar: Das gehört hier immer zusammen. SO WILD. SO WUNDERBAR.

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 10 FELS UND WALD Ein Klick – und das Bild vom Lilienstein ist im Kasten. Massig und mit natürlicher Autorität ruht der mächtige Tafelberg mit seinen dunklen, fast senkrechten Felswänden auf seiner Hochebene an der Elbe, umgeben von Feldern und winzig wirkenden Häusern. Vor 200 Jahren haben die Wanderer an gleicher Stelle noch den Skizzenblock gezückt, das Notizbuch – oder den Anblick einfach nur auf sich wirken lassen. Bizarre Felsenskulpturen und majestätische Tafelberge, mystische Schluchten und Klammen, in denen klare Bäche zwischen moosgrünen Steinen murmeln: Kaum eine Landschaft bietet diese Vielfalt an wildromantischen Impressionen auf so engem Raum. Das macht das Elbsandsteingebirge mit seinen beiden Teilen Sächsische und Böhmische Schweiz zu einem der abwechslungsreichsten Wandergebiete in Mitteleuropa – und zu einem wertvollen Rückzugsort für vielfältige, selten gewordene Tier- und Pflanzenarten. Was später das Elbtal wird, ist ein Meeresarm zwischen zwei Inseln. Das Geheimnis der Schönheit der Landschaft liegt in ihrer eigentümlichen Entstehungsgeschichte. Während der Kreidezeit, vor etwa 100 Millionen Jahren, ist die Region von einem flachen Meer bedeckt. Was später das Elbtal wird, ist ein Meeresarm zwischen zwei Inseln: der riesigen Mitteleuropäischen Insel im Westen und der deutlich kleineren Lausitzer Insel im Nordosten. Das Wasser ist tropisch warm und wimmelt von Leben: Korallen, Muscheln, Kopffüßer, Fischsaurier. Sand, Muschelschalen und weitere Sedimente lagern sich am Meeresboden ab. Im Laufe von Millionen Jahren verfestigen sich diese Ablagerungen. Eine mehrere Hundert Meter mächtige Sandsteinplatte entsteht. Später wird diese Platte durch tektonische Kräfte gehoben, während sich das Wasser zurückzieht. Lilienstein Britta Prema Prebischtor Philipp Zieger Lichtenhainer Wasserfall (re.) Sebastian Rose

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 11 FELS UND WALD Unter der Spannung entstehen Risse, Klüfte, Schichtversätze und so tausende, quaderförmige Blöcke. Die Hebung bleibt jedoch moderat, sodass kein hohes Gebirge entsteht, sondern eine wellige Hochebene. Vereinzelte Vulkanausbrüche hinterlassen kegelförmige Berge. Ohne die schützende Wasserschicht sind die Gesteine der Witterung ausgesetzt und werden abgetragen. Die Elbe und ihre Nebenflüsse graben sich Täler und Schluchten. Harte Schichten widerstehen der Erosion länger als weiche. Über Millionen Jahre entsteht so die märchenhafte Formenwelt der Sächsisch-Böhmischen Schweiz. Wir können gar nicht anders, als eine Landschaft, die wir sehen, auch zu fühlen. Die Künstler der Romantik im 18. und 19. Jahrhundert waren sich der ganzen Bandbreite von Emotionen noch bewusst, die eine Landschaft allein durch Betrachtung auslösen kann. Ihr Spektrum reichte von Seelenfrieden und sanfter Freude über Ergriffenheit und Erstaunen bis hin zu Ehrfurcht und sogar Furcht! Ein guter Künstler spielte die gesamte Klaviatur. Es war die Blütezeit der Landschaftsmalerei und die Sächsische Schweiz wurde mit ihrem breiten Repertoire bewegender und kontrastreicher Szenerien ein europaweit bekanntes Studienobjekt – und Ausflugsziel. Heutige Besucher der Region sinnieren möglicherweise weniger intensiv über die emotionalen Qualitäten einer Landschaft. Dennoch erleben sie diese vermutlich ähnlich wie die Romantiker vor 200 Jahren. Schrammsteine im Frühling Tobias Richter Blick vom Gohrisch zur Hunskirche im Morgennebel (li.) Philipp Zieger Kleinsteinhöhle Britta Prema TIPP Eine ausgezeichnete Gelegenheit die Landschaft der Sächsischen Schweiz näher kennenzulernen, bieten die 10. Globetrotter Wandertage vom 18. – 20.09.26 in Bad Schandau mit einem vielfältigen Angebot geführter Touren. Anmeldungen erfolgen über die Webseite www.globetrotter.de/ magazin/wandertagedresden-herbst/

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 12 FELS UND WALD Noch immer sind die mächtigen Tafelberge, wie Lilienstein und Königstein, ehrfurchtgebietend – bei der Betrachtung aus der Ferne ebenso wie beim Erwandern ihrer Gipfel. Noch immer erstaunen die freistehenden, teilweise über 40 Meter hohen Felsnadeln wie Barbarine, Teufelsturm oder Brosinnadel. Und noch immer faszinieren die schaurig-schönen Klammen, Schluchten, Höhlen und Grotten. Für gläubige Romantiker wie Caspar David Friedrich (1774 – 1840) und viele seiner Zeitgenossen war klar: Die Natur ist Ausdruck göttlicher Ordnung, die Landschaft der Sächsischen Schweiz nichts weniger als göttliche Poesie. Andere betrachteten die bizarre Felsenwelt an der Elbe zumindest als geologische Sensation, als Naturwunder. Egal, wie das heutige Besucher sehen. Der Zauber der Landschaft wirkt. Und manchmal entdecken wir im Wilden auch das Wunderbare. Klick. // Sebastian Thiel Ausblick von der Kaiserkrone zum Zirkelstein Stefan Junghannß Brosinnadel (re.) Britta Prema Felsentor Uttewalder Grund Sebastian Rose Philipp Zieger

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 13 FELS UND WALD ANZEIGE KONTAKT Berghotel Bastei GmbH 01847 Lohmen/Bastei Tel. +49 (0)35024 779-0, info@berghotel-bastei.de www.berghotel-bastei.de Das Berghotel & Panoramarestaurant Bastei liegt inmitten dieser einmaligen Naturkulisse – nur wenige Schritte von der berühmten Basteibrücke und den schönsten Aussichtspunkten entfernt. Ob als Ziel eines Tagesausflugs, für einen erholsamen Aufenthalt oder als eindrucksvoller Rahmen für Ihre Veranstaltung: Unser Haus verbindet Gastfreundschaft mit einem Logenplatz in der Natur. 64 stilvoll eingerichtete Zimmer, ein lichtdurchflutetes Panoramarestaurant mit regionaler Küche, eine großzügige Terrasse mit Blick über das Elbtal und eine Wellness-Oase mit Saunalandschaft erwarten Sie. Genießen Sie Ihr Frühstück über den Wolken, eine entspannte Mittagspause auf der Wandertour oder ein festliches Dinner beim Sonnenuntergang. Auch für Feiern, Tagungen oder Hochzeiten ist die Bastei ein besonderer Ort. Unsere Räumlichkeiten bieten Platz für Veranstaltungen von 2 bis 400 Personen – inklusive spektakulärem Ausblick. Ein echter Geheimtipp ist die Wintersaison: Dann zeigt sich die Bastei besonders ruhig und romantisch – mit knisterndem Kaminfeuer, verschneiten Pfaden und entspannter Wohlfühlatmosphäre. Wenn am frühen Morgen die Felsen in sanftes Licht getaucht sind und der Elbtalnebel still durch die Schluchten zieht, offenbart sich die Sächsische Schweiz von ihrer beeindruckendsten Seite – direkt an der Bastei. BERGHOTEL & PANORAMARESTAURANT BASTEI Mehr erfahren, Auszeit buchen oder Veranstaltung planen unter: www.berghotel-bastei.de Ihr Ausflugsziel mit Weitblick Jetzt reservieren!

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 14 FELS UND WALD Flora DIE KÖNIGIN Die Weißtanne (Abies alba) gehört zu den höchsten Baumarten Europas. Einst war sie auch in der Sächsischen Schweiz weit verbreitet. Jetzt erlebt sie ein Comeback als wichtiger Baum für klimastabile Mischwälder. Frank Wagner, Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz Oh, Tannenbaum! 500 Jahre alt und mehr als 60 Meter hoch kann die Weißtanne, die einzige in Deutschland heimische Tannenart, werden. Anfang des 19. Jahrhunderts, als die bekannte weihnachtliche Ode an den majestätischen Waldbaum entstand, war er im südlichen Deutschland noch weit verbreitet. Dann begann sein stiller Rückzug. Veränderte Forstwirtschaft, Luftverschmutzung, Wildverbiss und Übernutzung brachten die Art in Bedrängnis. Bis heute ist das Verschwinden der Tanne von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt geblieben, weil ihr die Fichten, die vielerorts ihren Platz eingenommen haben, zum Verwechseln ähnlich sehen. Auch die vermeintlichen Tannenzapfen, die im Wald liegen, sind fast immer die Zapfen anderer Nadelbäume. Tannenzapfen zerfallen am Baum. Nach negativen Erfahrungen mit anfälligen Fichtenmonokulturen entdeckte die Forstwirtschaft Ende des 20. Jahrhunderts den Wert der robusten Weißtanne wieder. »Ihre Pfahlwurzel macht sie sehr sturm- und trockenheitsresistent«, sagt Frank Wagner, Revierleiter des Nationalparkreviers Hohnstein. Erstaunlich sei auch ihre Fähigkeit, im Schatten zu überdauern. Sie kann bis zu 150 Jahre unter dem Schirm anderer Bäume warten und fängt erst dann richtig an zu wachsen, wenn der Altbaum gefallen ist. Im Nationalpark Sächsische Schweiz laufen die Wiederansiedlungsmaßnahmen seit den 1990er Jahren. Dafür klettern Waldarbeiter aller drei bis vier Jahre bis in die etwa 30 Meter hohen Kronen alter Weißtannen im Polenztal, um die Zapfen mit den wertvollen Samen zu ernten. Wenn die angezogenen Sämlinge etwa zwei Jahre alt sind, werden sie im Wald eingepflanzt. »Weißtannen sollen in wenigen Jahren wieder drei bis vier Prozent des Nationalparkwaldes, etwa 300 Hektar ausmachen«, erklärt Wagner. Die Weißtanne ist übrigens nie vollständig aus der Region verschwunden. Im Nationalpark gibt es mit 1413 Exemplaren den größten Alttannenbestand in Sachsen. Ein besonders bedeutendes Vorkommen ist unter anderem im Polenztal zwischen Waltersdorfer Mühle und Gasthaus zum Polenztal zu finden. Die größte Weißtanne der Region steht an der Hohwiese, südöstlich von Hinterhermsdorf. Sie ist 35 Meter hoch, vermutlich mehr als 250 Jahre alt und hat einen Stammdurchmesser von 95 Zentimetern. »Die Weißtanne ist eine Schönheit unter den Nadelbäumen – und Exemplare wie dieses bringen einen zum Staunen«, so Wagner. //

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 15 FELS UND WALD Fauna DER UNSICHTBARE Im Elbsandsteingebirge lebt ein Tier, das die Fantasie der Menschen schon seit der Antike beflügelt. Es gehört zu den effektivsten Fallenstellern in der Natur. Gefährlich besonders für Ameisen. Bei Wanderungen durch die Sächsische Schweiz begegnen einem die Sand-Trichter oft am Wegesrand. Nur wenige wissen, was sie bedeuten. Hartmut Landgraf Steffen Elsner und Elisabeth Finger von der NLPFV. Sie ertasten die Käfer, um sie dann zu vermessen. Hartmut Landgraf Herodot hätte uns gewarnt. Um 430 v. Chr. beschreibt der griechische Geschichtsschreiber den Ameisenlöwen als groß und bösartig – eine Art Killerameise, größer als ein Fuchs. Er haust in Wüsten unter der Erde, hortet goldhaltigen Sand und frisst Menschen. In Wirklichkeit ist er ein daumennagelgroßes Insekt – gefährlich allein für Ameisen und andere kleine Geschöpfe. Weshalb wir uns bei einer Tour mit Nationalparkranger Steffen Elsner und seiner Kollegin Elisabeth Finger, die im Nationalpark ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr absolviert, ruhigen Gewissens mit äußerst leichten Waffen auf die Löwenjagd trauen: Plaste-Röhrchen, Löffel und Lineal. Gefährlich sieht er wirklich aus – unter der Lupe! Kompakt gebaut wie ein kleiner Panzer, über und über mit Borsten bedeckt und mit zwei kolossalen Gift-Zangen bewaffnet, mit denen er seine Beute packt und betäubt. Was er damit zu fassen bekommt, ist dem Tod geweiht. Eigentlich ist der Ameisenlöwe nur die Larve eines libellenartigen Insekts – der Ameisenjungfer. Ein nachtaktives zartes Wesen, dünn wie ein Streichholz mit seidigen Flügeln und hübschen blauen Augen. Dass sie im Larvenstadium solches Interesse weckt, hat mit ihrer raffinierten Beutefangtechnik zu tun: Der Ameisenlöwe gräbt anderen eine Grube: einen faustgroßen Fangtrichter aus Sand. Die Wände sind so feinkörnig und glatt, dass Insekten daran ins Rutschen geraten – geradewegs ins Maul des Löwen, der am Grund der Falle lauert. Droht die Beute zu entkommen, bewirft er sie mit Sand – was eine Lawine auslöst, die das Opfer zurückrutschen lässt. Wir haben unser Ziel erreicht: einen Felsvorsprung an der Bastei. Im Sand sind deutliche Spuren zu sehen – dutzende Trichter. Elsners Kollegin greift sich den Löffel, ich stelle die Kamera scharf. Beherzt versenkt sie das Grabwerkzeug in der Mitte eines Trichters, der Aushub landet daneben auf einer violetten Matte. Ameisenlöwen sind sandfarben und daher in ihrem Trichter nur schwer zu erkennen. Nach einigem Herumstochern hat unsere Jagd schließlich Erfolg. Da sitzt es – Herodots Ungeheuer. // Hartmut Landgraf

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 16 FELS UND WALD Informativ NATIONALPARK SÄCHSISCHE SCHWEIZ Zehn erstaunliche Fakten zu Sachsens Naturwunder Nr. 1. Besucher erkunden den Nationalpark jährlich. ~ 3 Mio. beträgt die Gesamtfläche. Damit ist es einer der kleineren Nationalparks in Deutschland. 93,5 km² des Nationalparks sind bewaldet. Besondere Schätze sind naturnahe Buchen- und Kiefernwälder. ~ 90 % Wirbeltierarten sind im Nationalpark zuhause, darunter Raritäten wie Schwarzstorch, Zwergschnäpper, Wanderfalke, Atlantischer Lachs und Fischotter sowie die seltenen Fledermausarten Kleine Hufeisennase und Bechsteinfledermaus. 168 Deutschlands einziger Felsennationalpark außerhalb der Alpen! wurde der Nationalpark gegründet. Es war eine der letzten Amtshandlungen der DDR-Regierung. 1990 haben Freiwillige im Jahr 2024 in den Nationalpark und das umgebende Landschaftsschutzgebiet investiert – u. a. bei Baumpflanz- und Müllsammelaktionen, Landschaftspflege und Stiegenreparaturen. 8.000 h ist der Große Winterberg hoch. Das macht ihn zur höchsten Erhebung des Nationalparks. 556 m Käferarten wurden bei der letzten Zählung im Nationalpark entdeckt, darunter elf Urwaldreliktarten, die nur in natürlichen, urwaldähnlichen Wäldern leben. 663 des Nationalparks sind forstlicher Ruhebereich. Hier ist die Natur sich praktisch selbst überlassen. Echte Wildnis! ~ 75 % Tobias Richter

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 17 FELS UND WALD ANZEIGE Ein NationalparkZentrum ist für viele Gäste die erste Anlaufstelle während eines Urlaubs in einem Nationalpark. Hier befindet sich eine kompetente Beratungsstelle für die schönsten Naturerlebnisse und eine moderne Ausstellung mit einem erlebnisreichen Rundgang für die ganze Familie. Ein Besuch im NationalparkZentrum Sächsische Schweiz in Bad Schandau ist wie ein Schlüssel zu einer faszinierenden Welt. Hier erfahren Gäste alles über die geheimnisvolle Felsenwelt, majestätische Tafelberge, dichte Wälder und die Tiere, die diese Landschaft ihr Zuhause nennen. Ein Reliefmodell gibt Orientierung, multimediale Stationen laden zum Mitmachen ein, und ein naturgetreuer Wald mit Hirsch, Luchs und Wanderfalke lässt die Tiere plötzlich lebendig werden. Ob Ameisenstaat, Nachtwelt oder spannende Filme – die Ausstellung macht Natur zum Erlebnis und weckt Lust, selbst hinauszuziehen. So wird das NationalparkZentrum zu einem idealen Startpunkt für die Entdeckungstouren in die Sächsische Schweiz. Doch die Schönheit und Vielfalt dieser Landschaft sind kein Selbstverständnis. Dass wir heute durch stille Schluchten wandern, bizarre Sandsteinformationen bestaunen und seltene Arten beobachten können, verdanken wir auch dem Landschaftsschutzgebiet Sächsische Schweiz, das 2026 sein 70-jähriges Jubiläum feiert. Seit 1956 steht diese einzigartige Region unter Schutz – ein Meilenstein für den Erhalt der Natur, die Erholung der Menschen und die Bewahrung einer Kulturlandschaft, die seit Jahrhunderten Künstler, Dichter und Reisende inspiriert. Das Jubiläum 2026 ist deshalb weit mehr als ein Rückblick: Es ist eine Einladung, gemeinsam zu feiern und mit offenen Augen durch diese Landschaft zu gehen. Zahlreiche Veranstaltungen werden das Jahr begleiten und Geschichten von Natur, Kultur und Menschen erzählen. Es ist ein Dank an jene, die sie bewahrt haben und ein Versprechen an die Generationen, die noch kommen: dass die Sächsische Schweiz auch in Zukunft ein Ort des Wunders, der Erholung und der Inspiration bleibt. Und genau hier knüpfen die kleinen und großen Naturerlebnisse an, die Sie selbst entdecken können: Denn was wäre ein Jubiläum ohne das aktive Erleben vor Ort? Am schönsten gelingt das auf den erlebnisreichen Lehrpfaden im Landschaftsschutzgebiet. Ob der Walderlebnispfad in Reinhardtsdorf, der Lehrpfad an den »7 Teichen« oder der Waldlehrpfad in Berggießhübel – sie alle lassen sich wunderbar mit Kindern erwandern. An vielen Stationen gibt es Spannendes zu sehen, zu erleben und auszuprobieren. So wird jeder Ausflug zu einer spielerischen Entdeckungsreise, die Naturwissen und Urlaubsabenteuer verbindet. KONTAKT UND ANREISE NationalparkZentrum Sächsische Schweiz Dresdner Str. 2 B 01814 Bad Schandau Tel. +49 (0)35022 502-40 nationalparkzentrum@ smekul.sachsen.de www.nationalparksaechsische-schweiz.de Anreise Möglich mit dem Zug (Eurocity, S-Bahn (S1), Nationalparkbahn (U 28), Haltepunkt Nationalparkbahnhof Bad Schandau), Elberadweg auf der rechtselbischen Seite Schlüsselausleihe für Radboxen am Elberadweg, nur wenige Meter vom NationalparkZentrum entfernt Ermäßigung für Inhaber der GÄSTEKARTE SÄCHSISCHE SCHWEIZ Veranstaltung Letzter Sonntag im April: Wollfest Anna Meurer Service-Telefon für Wanderwege 035022 50240 NATIONALPARK UNTER DER LUPE NationalparkZentrum Bei Vorlage dieses Heftes erhalten Sie ein kleines Souvenir aus dem Nationalpark Sächsische Schweiz. Achten Sie bitte auf die aktuelle Waldbrandstufe und halten Sie sich an die Regeln.

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 18 FELS UND WALD STADT WEHLEN & GEMEINDE LOHMEN Ihre Touristinformation im Basteigebiet Entdecken Sie die natürliche Schönheit der Sächsischen Schweiz, wo majestätische Felsen und malerische Ortschaft en ein harmonisches Bild abgeben. Diese Region zwischen Elbe und Bastei bietet ein unvergleichliches Erlebnis für Naturliebhaber, Genießer, Aktivurlauber und Familien. Beginnen Sie Ihr Abenteuer im Herzen der vorderen Sächsischen Schweiz. Die Stadt Wehlen und die Gemeinde Lohmen heißen Sie herzlich willkommen! Erkunden Sie das älteste und berühmteste Aus ugsziel, die Bastei, mit ihren atemberaubenden Aussichten und der weltbekannten Basteibrücke. Von hier aus erstreckt sich ein Panorama aus Tafelbergen und dem idyllischen Elbtal. Starten Sie Ihre Wanderung zur Bastei von Stadt Wehlen oder Lohmen aus. Genießen Sie eine Fahrt mit dem Schaufelraddampfer zwischen Pillnitz und Bad Schandau oder besuchen Sie die Felsenbühne Rathen, Europas schönstes Naturtheater. Der beliebte Uttewalder Grund lädt zu romantischen Spaziergängen ein, während entlang des Elbradweges zwischen Dresden und der böhmischen Grenze ein unvergleichliches Naturerlebnis wartet. Erleben Sie in reizvoller Natur die Umgebung mit ihren Wiesen, Wäldern und einer Vielzahl von Sehenswürdigkeiten und Freizeitangeboten für Jung und Alt. Fordern Sie noch heute Ihr Prospektmaterial und einen Wanderplan an. Wir helfen Ihnen gern bei allen Fragen rund um Ihren Urlaub und bei der Suche nach einem schönen Ferienquartier. Touristinformation Stadt Wehlen / Lohmen · Markt 7 · 01829 Stadt Wehlen www.lohmen-sachsen.de · www.wehlen-online.de touristinfo@stadt-wehlen.de Willkommen in der Sächsischen Schweiz Stadt Wehlen Schloß Lohmen Rufen Sie gleich an:  035024 70414 Richard-Wagner-Denkmal Bastei Felsentor Fotos: B. Grundmann, A.&R. Adam Verlag+Agentur Dresden

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 19 FELS UND WALD Verhalten im Nationalpark NATURSCHUTZ ZUM MITMACHEN Wege verlassen? Bitte nicht. Zum Schutz von Tieren und Vegetation dürfen im Nationalpark die ausgewiesenen Wanderwege nicht verlassen werden. Rauchen? Klares Nein. Das Rauchen ist übrigens nicht nur im Nationalpark, sondern in vielen deutschen Wäldern verboten, zwischen März und Oktober bundesweit. Lagerfeuer? Teilweise. Offenes Feuer ist nur an ausgewiesenen Feuerstellen und nur bis Waldbrandstufe 2 erlaubt. Britta Prema Freiübernachten? Kommt drauf an. Freiübernachten ist für Bergsteiger nur an gekennzeichneten Übernachtungsstellen gestattet. Drohne fliegen? Eindeutiges Nein. Drohnenflüge sind in der gesamten Nationalparkregion tabu. Müll? Bitte wieder mitnehmen – auch Apfelgehäuse und Bananenschalen. Tipp: Beim Packen für die Wanderung an einen kleinen Müllbeutel denken. ? ? Schon gewusst? Ein Papiertaschentuch gehört nicht in den Wald. Es kann durch Zusätze, die seine Reißfähigkeit erhöhen, mehrere Jahren dauern, bis es vollständig verschwunden ist. Erfahrene Wanderer haben für den Fall der Fälle immer etwas Toilettenpapier dabei. Das wird deutlich schneller zersetzt, wenn man es mit Erde bedeckt. Bewahren und staunen: Das gehört im Nationalpark zusammen. Besucher können auf offiziellen Wegen mitten durch das Naturwunder laufen, sind dabei aber zu besonderer Rücksichtnahme angehalten. Das sind die wichtigsten Regeln.

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 20 FELS UND WALD Geführte Touren ACHTSAM WANDERN Geführte Touren laden dazu ein, das Erstaunliche im Unscheinbaren zu entdecken. Wir waren mit Guide im Bielatal unterwegs und haben die eindrucksvolle Felsenwelt einmal ganz bewusst mit allen Sinnen erfahren. Mit einem tiefen Atemzug saugen wir die aromatische Waldluft ein. Wir sitzen in einem Felskessel im Bielatal auf einem weichen Teppich aus Erde und Kiefernnadeln. Der Gedächtnishain ist ein magischer Ort, die Stille kostbar. Erst, als unsere Gästeführerin uns leise bittet, ganz bewusst den Geräuschen des Waldes zu lauschen, klopft ein Specht – als hätten sich die beiden abgesprochen. An diesem sonnigen Augustvormittag sind wir auf »Sinneswanderung«. Es ist ein noch junges Angebot der zertifizierten Natur- und Landschaftsführerin Antonia Ludwig, die auch Achtsamkeits- und Mentaltrainerin ist. Die Aufmerksamkeit schärfen für die Vielfalt an Sinneseindrücken, welche die Felsenwelt ihren Besuchern zu bieten hat: Das ist das Anliegen der Tour. Mal geht es durch den Liebethaler Grund, mal über die Rauensteine, mal den Panoramaweg entlang, oder, wie heute, durch das Bielatal. Kaiser-Wilhelm-Feste czechvibes Große Auswahl an geführten Touren Antonia Ludwig ist eine von zahlreichen Gästeführern, die Wanderer durch die Sächsische Schweiz begleiten. Jeder und jede bringt persönliche Leidenschaften und Hintergründe mit. Entsprechend breit ist das Spektrum der Angebote. Es reicht vom Picknick mit regionalen Delikatessen über abenteuerliche Stiegentouren bis hin zu Exkursionen mit speziellen geologischen, biologischen oder historischen Themen. Ein beliebtes, regelmäßiges Angebot sind die täglich startenden »Entdeckertouren« der Nationalpark- und Forstverwaltung. Antonia Ludwig führt uns vom historischen Hochofen über Berthablick, Rosengarten, die KaiserWilhelm-Feste und die Herkulessäulen zu Ottomühle und Sachsenstein. Dabei zeigt sie uns immer wieder die kleinen Schätze am Wegesrand, an denen wir ohne sie wahrscheinlich vorbeigelaufen wären. Wir entdecken essbare Perlpilze, streichen über weiches Moos und kosten Sauerklee. Auch an einer fast hundertjährigen Fichte bleiben wir stehen. »Die Furchen in der Rinde sind wie unser Lebensweg – nie geradlinig und dennoch immer der Sonne entgegen«, sagt Antonia Ludwig. Wir ertasten die raue Oberfläche. Die Struktur der Rinde erspüren: Gästeführerin Antonia Ludwig zeigt, wie Wanderer achtsam mit der Natur in Berührung kommen.

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 21 FELS UND WALD TIPP Touren für sehbehinderte Menschen bietet der zertifizierte Nationalparkführer Michael Könemann an. www.erlebnisse.link/ barrierefreie-touren »So manch Einheimischer weiß nicht, welchen Naturschatz wir hier haben.« Als wir den Berthablick erreichen, staunen wir. Der Aussichtspunkt ist im Gegensatz zu Bastei, Lilienstein und Co. kaum bekannt. Doch der Blick über den Wald, die zerklüfteten Felsen und hinunter auf die Schweizermühle ist fantastisch. Wir erfahren, dass im 19. Jahrhundert dort unten mondäner Kurbetrieb herrschte. Selbst gekrönte Häupter schätzten die Badekuren im glasklaren Wasser der hiesigen Gebirgsquellen. Prominentester Gast war der letzte sächsische König Friedrich August III. Anfang des 20. Jahrhunderts endete das glorreiche Kapitel. Anschließend dienten die Gebäude als Erholungs- und Ferienheim, Quartier für Heimatvertriebene, Heilstätte und Altenpflegeheim. Heute steht die Schweizermühle leer. Der gleichnamige Ort ist wieder ein Geheimtipp für Naturgenießer. Wir gehen weiter. »Der Rucksack auf meinem Rücken ist mit mir schon durch Südamerika gereist«, verrät uns Antonia Ludwig. Lange Zeit sei es ihr Anliegen gewesen, Menschen für andere Länder zu begeistern. Dann kam Corona – und die gebürtige Pirnaerin entdeckte die Schönheit der Sächsischen Geführte Touren Informationen zu Touren mit Gästeführern und zertifizierten Nationalparkführern unter: www.erlebnisse.link/gefuehrte-wandertouren Antonia Ludwig ist gebürtige Pirnaerin. Sie hat halb Südamerika mit dem Rucksack bereist und darüber ein Buch geschrieben. Aus Sehnsucht nach den heimischen Wäldern ist sie zurückgekehrt, gründete ein Frauennetzwerk und zeigt Urlaubern heute ihre Geheimtipp-Plätze im Elbsandsteingebirge. www.reisen-befreit.de Unterwegs bestimmt Antonia Ludwig Pflanzen, Pilze und Vogelgesänge, zeigt kleine Schätze am Wegesrand und beantwortet geduldig Fragen. Schweiz direkt vor ihrer Haustür wieder. »So manch Einheimischer weiß nicht, welchen Naturschatz wir hier haben«, erklärt sie. Genau den möchte sie ihren Gästen näherbringen und zeigen, wie heilsam die Zeit im Freien ist. Im versteckten Gedächtnishain leitet die Achtsamkeitstrainerin mit ruhiger Stimme eine Meditation an. Danach wandern wir zum Rosengarten, einem Ort mit toller Akustik, die Bergsteigerchöre früher gern für Auftritte nutzten. Manchmal stimmt Antonia Ludwig hier mit ihrer Gruppe ein Lied an. Doch heute gehen wir weiter, erleben bewusst mit allen Sinnen und lassen uns mehr über Flora, Fauna und Geschichte der Region erzählen. Am Ende haben wir das Gefühl, die Stunden seien verflogen. Wie schnell die Zeit vergeht, wenn man unter Naturfreunden unterwegs ist. // Text: Sebastian Thiel, Annabella Tänzler; Bilder: Annabella Tänzler

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 22 ACTION UND ABENTEUER An der Breiten-Kluft-Aussicht die Arme ausbreiten und den Wind am Körper spüren – ein unglaubliches Freiheitsgefühl!

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 23 ACTION UND ABENTEUER Der Malerweg Elbsandsteingebirge ist der König unter den Wanderwegen durch die Sächsische Schweiz. Und seine vierte Etappe von Altendorf bis Neumannmühle für viele das Sahnehäubchen. Schrammtor, Schrammsteine, Gratweg, Kleines Prebischtor, Kuhstall, Kirnitzschtal und immer wieder atemberaubende Aussichten: Mit diesen Highlights verwöhnt die anspruchsvolle 18-Kilometer-Tour ihre Bezwinger. Wir haben uns an einem stürmischen Frühlingstag mit zwei Einheimischen in das Abenteuer gestürzt. VOM WINDE VERWEHT Malerweg Elbsandsteingebirge

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 24 ACTION UND ABENTEUER Manchmal ist Freiheit ein Gefühl, das man am ganzen Körper spürt! So erleben wir es genau jetzt. Wir stehen auf einem Millionen Jahre alten Felsen in der Frühlingssonne hoch über dem Elbtal und lehnen uns gegen den Wind. Unter uns schlängelt sich der Fluss aus Böhmen kommend in weiten Bögen zwischen zwei Hochebenen hindurch. Grand Canyon in grün. Vis-a-vis liegen zwei bewaldete Tafelberge wie Häkelmützen markant in der Landschaft: der Zirkelstein mit seiner adretten Felsenbommel und die etwas zerzauste Kaiserkrone. Es ist ein prächtiger Frühlingstag kurz vor Ostern und die Breite-Kluft-Aussicht schon jetzt einer der Lieblingsorte der heutigen Tour. Wir folgen dem Malerweg Elbsandsteingebirge. Er ist einer der beliebtesten Fernwanderwege Deutschlands und so etwas wie die Grand Tour der Sächsischen Schweiz. Auf seinen insgesamt 116 Kilometern führt er zu den Highlights der wildromantischen Felsenwelt. Bastei, Festung Königstein, Schrammsteine, Pfaffenstein: Das und vieles mehr liegt direkt am Weg. Die Geschichte der Route reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Die Maler der Dresdner Kunstakademie hatten die geheimnisvolle Landschaft elbaufwärts mit ihren bizarren Felsen, den mächtigen Tafelbergen und mystischen Schluchten als Studienobjekt entdeckt und mit ihren Werken berühmt gemacht. Erst kamen die Künstler, dann die Sommerfrischler. Blick von der Schrammsteinaussicht

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 25 ACTION UND ABENTEUER Einzelne Wege verschmolzen bald zu einer durchgehenden Route: dem Malerweg. In seiner heutigen Form, als Mehrtagestour mit 116 Kilometern und acht Etappen, gibt es den Malerweg Elbsandsteingebirge seit 2006. Zu den historischen Passagen haben Tourismusverband und Nationalparkverwaltung weitere landschaftlich attraktive Strecken ergänzt, die Route an heutige Gegebenheiten und Naturschutzbelange angepasst sowie durchgängig ausgeschildert. So können die Wanderer nicht nur die Künstlerstationen der großen Romantiker entdecken, sondern zugleich auch ein aufregendes und sportlich forderndes Aktivurlaubserlebnis genießen. Wir haben uns heute Etappe vier vorgenommen. Es ist einer der landschaftlich spektakulärsten Abschnitte – und einer der anspruchsvollsten. Auf 18 Kilometern Länge hält er etwa 600 Höhenmeter parat. Reine Laufzeit: etwa sieben Stunden. Vom verträumten Altendorf führt die Etappe einmal quer durch das beeindruckende Felsenreich der Hinteren Sächsischen Schweiz, dem Hauptteil des Nationalparks, bis zur idyllisch im Kirnitzschtal gelegenen Neumannmühle mit Wirtshaus und historischer Sägemühle. Zwei Einheimische begleiten uns – das heißt, viel mehr versuchen wir, Schritt zu halten mit den geübten und auch in unwegsamem Gelände fröhlich Echtes Bergabenteuer: Auf dem Weg zur Schrammsteinaussicht sind einige Stiegen zu erklimmen.

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 26 ACTION UND ABENTEUER plaudernden Wanderinnen. Und mehr als einmal sind sie schon aus dem Blickfeld verschwunden, wenn wir uns in ein Fotomotiv am Wegesrand verguckt haben. Dann fühlen wir Stadtmenschen uns kurz wie Hänsel und Gretel. Aber natürlich warten sie immer geduldig nach der nächsten Ecke auf uns. Überhaupt müsste man sich schon sehr anstrengen, um sich auf dem Malerweg zu verlaufen. Die gesamte Route ist unmissverständlich ausgeschildert. So folgen auch wir heute einfach dem geschwungenen »M« – mal laufend, mal kletternd, über wurzelige Waldwege und knirschende Forststraßen, durch feinsten Meeressand und enge Schluchten, über Baumstämme und Brücken, entlang von Bächen und Felskanten zu immer neuen, atemberaubenden Ausblicken. Ein feierlicher Augenblick ist der Gang durch das Große Schrammtor. Der Weg zwängt sich hier effektvoll durch eine schmale Felsspalte, flankiert von bis zu 60 Meter hohen Felswänden. Ein Pflichtabstecher führt abenteuerlich über Leitern und Treppen zur berühmten Schrammsteinaussicht mit Logenblick über das Elbtal und die zerklüftete Vertikallandschaft der Torsteine. Wie eine vergessene Kulisse für einen Fantasyfilm steht das Kleine Prebischtor, eine natürliche Felsbrücke in den Affensteinen, mitten im Wald, bewacht von einer uralten Buche, die mit ihrer mächtigen Wurzel die Felsen zu umschlingen scheint. Am Gasthof Lichtenhainer Wasserfall im Kirnitzschtal erleben wir zum Softeis ein kultiges Stück Tourismusgeschichte in Aktion. Vor fast 200 Jahren wurde hier ein Bach aufgestaut, um zur Freude der Gäste mehrmals täglich für kurze Zeit einen zauberhaften Wasserfall entstehen zu lassen. Dazu öffnete der amtliche »Wasserfallzieher« gegen ein Trinkgeld das Wehr. Heute geschieht das automatisch. Das Kirnitzschtal mit seiner nostalgischen Straßenbahn entführt in die Frühzeit des Tourismus. Von einer antiken Preistafel am Lichtenhainer Wasserfall erfahren wir, was es einst gekostet hat, sich von Sesselträgern zu den umliegenden Highlights der Hinteren Sächsischen Schweiz tragen zu lassen. Kuhstall, 3 Mark? Klingt fair. Schade nur, dass der Service schon vor über 100 Jahren eingestellt wurde. Malerweg Elbsandsteingebirge Der Malerweg Elbsandsteingebirge ist das Wanderhighlight in der Sächsischen Schweiz! Auf insgesamt 116 Kilometern führt er in acht Tagesetappen rechtselbisch von Pirna-Liebethal durch den Nationalpark bis an die böhmische Grenze und auf der linken Elbseite durch das Reich der Tafelberge und Königstein wieder nach Pirna zurück. Besonders praktisch: Die Start- und Endpunkte der Etappen sind per ÖPNV zu erreichen, so können alle Etappen von einer Unterkunft aus gewandert werden. Alle Infos zum Weg: www.saechsische-schweiz.de/malerweg Kleines Prebischtor

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 27 ACTION UND ABENTEUER Der Kuhstall ist eine der bekanntesten Felsformationen der Sächsischen Schweiz, ein natürliches Felsentor, 11 Meter hoch, 17 Meter breit und 24 Meter tief. Von hier geht es zur Neumannmühle, wo wir im Wirtshaus auf das erfolgreich absolvierte Abenteuer anstoßen – zum Entsetzen des Wirtes mit Wasser. Der Bus bringt uns zurück zur Fähre, die Fähre zur S-Bahn und die S-Bahn zurück in den Alltag. Aber das Gefühl der Freiheit – das kommt mit. // Text und Bilder: Sebastian Thiel Der Kuhstall zählt zu den bekanntesten – und imposantesten – Felsformationen im Elbsandsteingebirge. Einbahnstraße auf den Neuen Wildenstein: die Himmelsleiter ANZEIGE ©Katja Fouad Vollmer Ihr 4-Sterne-Hotel in Bad Schandau direkt an der Elbe zu Füßen der Schrammsteinkette › 75 elegante Zimmer, meist mit Balkon zur Elbe › Mediterranes Wintergartenrestaurant mit Elbterrasse, Cocktailbar & Ballsaal › RuhePool, FitnessLounge & Spa › Hauseigene Parkanlage Urlaub im Herzen der SÄCHSISCHEN SCHWEIZ Parkhotel Bad Schandau | Rudolf-Sendig-Straße 12 | 01814 Bad Schandau @ParkhotelBadSchandau @parkhotel_badschandau_pura Infos & Buchung www.parkhotel-bad-schandau.de

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URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 30 ACTION UND ABENTEUER barrierefrei Wandertipps MAHLZEIT! Wandern und genießen: Das gehört in der Sächsischen Schweiz zusammen. Mal wartet eine Bank mit Panoramablick, mal ein stiller Wiesenplatz oder eine Mühle mit Geschichte. Wir haben Einheimische gebeten, uns ihre liebsten Picknickplätze zu verraten – und die Wege dahin. Stille genießen am Schrammsteinblick Lydia Schmid, 47 Jahre, Beauftragte für Inklusion im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge aus Pirna »Für unsere Familienausflüge braucht es nicht viel: ein Stück Natur, eine weite Aussicht und einen Picknickkorb mit frischen Brötchen. Neu für uns entdeckt haben wir die Hochebene bei Reinhardtsdorf-­ Schöna. Es liegt eine unbeschreibliche Ruhe über den Wiesen, und der Blick hinüber zu den Schrammsteinen ist traumhaft. Ausgangspunkt ist der Parkplatz an der Touristinformation. Am kleinen Feuerwehrhäuschen hält man sich links und biegt dann auf die Straße Schrammsteinblick ein. Der Name sagt es schon: Das berühmte Felsenriff bildet hier ein herrliches Panorama. Am Ende des Weges befindet sich ein kleiner Picknickplatz im Grünen. Das Schöne daran: Die Tour verläuft überwiegend entlang verkehrsarmer Straßen auf Asphalt. Mit Unterstützung ist sie auch für Menschen im Rollstuhl gut zu bewältigen. Besonders eindrucksvoll zeigt sich der Schrammsteinblick an sonnig-warmen Herbsttagen, wenn die Laubfärbung bereits eingesetzt hat. Dann taucht die Landschaft in ein goldenes Licht und die Felsen leuchten. Zurück geht es auf gleicher Strecke – oder über eine kleine Dorfrunde, vorbei an hübschen Vorgärten.« Mühlenromantik im Wesenitztal Carsten Arndt, 50 Jahre, Mühlenbetreiber aus Elbersdorf »Nur wenige Schritte von unserer Elbersdorfer Mühle entfernt beginnt ein wahrhaft poetischer Spaziergang. Am liebsten gehe ich flussaufwärts zur Teufelskanzel, einem felsigen Vorsprung am Wasser. Der Weg schlängelt sich durch einen Buchenwald, der besonders im Herbst mit seiner prächtigen Laubfärbung für mich ein echter Inspirationsort ist. Ich habe ihm sogar schon einige Zeilen gewidmet. Von der Teufelskanzel führt der Weg weiter über den Peschelweg bis zum Belvedere Schöne Höhe, dem Goethe gewidmeten Turmschlösschen von 1830. Über den Dittersbacher Schlosspark gelangt man zurück ins Wesenitztal. Wieder an der Mühle angekommen, laden am anderen Flussufer teils überdachte Picknickplätze zur Rast ein. Interessierte können bei uns das alte Wasserrad, Turbinen und Mühlenmodelle bestaunen. Wer sich vorab anmeldet, erhält auch Einblicke in das Innere unseres Denkmals – und am Pfingstmontag, zum Deutschen Mühlentag, ist sowieso geöffnet.« 6,5 Kilometer 2:00 Stunden 5,3 Kilometer 1:30 Stunde NACHWANDERN: NACHWANDERN: TVSSW/Florian Trykowski

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 31 ACTION UND ABENTEUER Auf dem Königsweg zum Meusegaster Wagenrad Ramona Meyn, 73 Jahre, Touristikerin im Ruhestand aus Meusegast »Wenn wir Besuch haben, spazieren wir am liebsten auf dem Königsweg von Schloss Weesenstein über Meusegast und Krebs bis zum Barockgarten Großsedlitz. Zu Beginn führt der Weg stetig bergauf zu den Resten eines ehemaligen Belvederes, von dem aus sich ein fantastischer Blick auf das Schloss bietet. Nun folgen wir dem Waldweg auf der Höhe entlang, der uns zu einem Rastplatz führt. Ein Wagenrad wurde an dieser Stelle errichtet – vermutlich zur Erinnerung an den einstigen Handelsweg. Die Aussicht ist herrlich: Königstein und Lilienstein sind bei klarem Wetter gestochen scharf zu sehen. Fast immer haben wir eine kleine Flasche Sekt dabei – zum Anstoßen auf den wunderbaren Weitblick. Den Königsweg kann man über den Rundweg Meusegast weiterlaufen und dabei den alten Dorfkern von Krebs durchqueren. Im Frühling drehen wir gern noch eine Runde durch den Barockgarten Großsedlitz – ein herausragendes Beispiel europäischer Gartenkunst und das Ziel des Königsweges.« Kleine Kaffeerunde zur Thiele-Aussicht Torsten Rogge, 47 Jahre, Einkäufer im Tief- und Straßenbau aus Thürmsdorf »Wenn sich spontan Besuch ankündigt, greife ich gern auf meinen Plan B zurück. Die Rundtour ab Schloss Thürmsdorf ist kurz, aber aussichtsreich. Nach einem Besuch im Schlosspark geht es vorbei an Teichen und Streuobstwiesen, wo Galloways und Schafe weiden – Landidylle pur! Nach einer Viertelstunde erreichen wir das Biedermann- Mausoleum von 1921, das heute als Malerwegkapelle geweiht ist. Von hier eröffnet sich eine unschlagbare Aussicht auf die Elbschleife und die Festung Königstein. Der Landschaftsmaler Johann Alexander Thiele hat diesem Blick sogar ein Gemälde gewidmet. Etwas oberhalb des Aussichtspunktes wartet die Krönung der Tour: eine perfekt platzierte Picknickbank. Jetzt ist der Moment gekommen, um aus dem Rucksack Thürmsdorfer Eierschecke und eine Kanne heißen Kaffee zu zaubern. Dann lehne ich mich zurück und freue mich, dass Plan B mal wieder ein Volltreffer war.« 7,6 Kilometer 2:00 Stunden NACHWANDERN: 4,0 Kilometer 1:00 Stunde NACHWANDERN: Perfekt platziert: die Picknickbank an der Thiele-Aussicht Torsten Rogge Pension und Gasthaus »Polenztal« Polenztal Nr. 2 · 01848 Hohnstein Tel. 035975 80826 · Fax 035975 80828 polenztal.schade@t-online.de www.polenztal.de » Direkt am Malerweg gelegen » ruhige Lage » 58 Betten » alle Zimmer mit DU/WC und TV » Bewirtungen bis 100 Personen » für Reisegruppen geeignet » Parkplatz direkt am Haus Pension und Gasthaus »Polenztal« Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Urlaub im schönsten Tal der Sächsischen Schweiz ANZEIGE

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 32 ACTION UND ABENTEUER Panoramapause im Gottleubatal Mario Scheinert, 35 Jahre, Tourismuskaufmann aus Bad Gottleuba-Berggießhübel »Wenn ich unter der Woche frei habe, laufe ich am liebsten ein Stück auf dem Gottleubataler Panoramaweg – meist habe ich ihn dann ganz für mich allein. Ich nehme allerdings nicht die ganze Strecke von 22 Kilometern. Meine Tour startet am Parkplatz gegenüber dem Besucherbergwerk ›Marie Louise Stolln‹ und führt zum Bismarckturm auf der Panoramahöhe. Der 25 Meter hohe Aussichtsturm von 1900 ist außer donnerstags zur Besichtigung geöffnet. Mein Lieblingsplatz liegt auf dem Rückweg: die Waldliege an der Erich-Mörbitz-Aussicht etwas unterhalb der Panoramahöhe. Von hier reicht der Blick weit über das Gottleubatal bis nach Dresden. Besonders während der sommerlichen Mittagssonne ist das ein angenehm schattiger Ort – perfekt, um ein kühles Getränk zu genießen und die Natur in Ruhe auf sich wirken zu lassen.« Aussichtsreich Burg Stolpen umrunden Alina Wendt, 18 Jahre, Basaltkönigin 2024/2025 aus Stolpen »Stolpen ist meine Heimat. Es ist eine Stadt, die mit ihrer imposanten Burganlage viel zu erzählen hat. Besonders eindrucksvoll finde ich die Basaltsäulen, auf denen sie erbaut wurde – ein kleines Naturwunder. Am liebsten wandere ich in Richtung Rennersdorf-Neudörfel. Der Weg ins Wesenitztal führt überwiegend bergab und bietet immer wieder herrliche Blicke auf die Burg und die Stadt. Mehrfach laden Bänke dazu ein, innezuhalten und das Panorama zu genießen. Mein Lieblingsplatz ist die Ruhebank am historischen Bischofsweg, eingebettet in ein Blumenmeer und neben einem kleinen Sandsteinbrunnen. Dort packe ich gern mein Picknick aus – am liebsten frische Melone. Mein Tipp: Unbedingt im Frühling zur Kirschblüte kommen, die hier besonders schön ist. Und natürlich lohnt sich ein Besuch der Burg, wo man einen Blick in den tiefsten Basaltbrunnen der Erde werfen kann.« 3,7 Kilometer 1:00 Stunde NACHWANDERN: 7,5 Kilometer 2:15 Stunde NACHWANDERN: Mit Aussicht: der Bismarckturm Marko Förster Innehalten und genießen Alina Wendt Lieblingsplatz: die Waldliege an der Erich-Mörbitz-Aussicht Mario Scheinert Klaus Schieckel

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 33 ACTION UND ABENTEUER Ottendorf Bad Schandau         Kuhstall Lichtenhainer Wasserfall Falkenstein Kirnitzsch Schr amms t ei ne Affensteine Kirnitzschtalbahn Hohe Liebe Elbe Beuthenfall Die historische Straßenbahn fährt zwischen Bad Schandau und dem Lichtenhainer Wasserfall. Arnstein Camping Bahn-Depot Techn. Denkmal Neumannmühle Einkehren & Wohlfühlen! Entdecken Sie die wunderbare Natur des Kirnitzschtals und kehren Sie nach eindrucksvollen Touren in eines der zahlreichen Gasthäuser ein – die Wirte freuen sich auf Sie!  Gasthaus und Pension „Buschmühle“ frische, saisonale Hausmannskost beliebter Kletterer- & Wanderertreff Telefon 03 59 74 - 5 04 15  Bergwirtschaft & Herberge „Ottendorfer Hütte“ uriges Alpenhüttenflair, deftige Speisen von Wild aus der Region bis vegan Telefon 03 59 71 - 8 08 50  Dein Fastenhaus „Zum Kirnitzschtal“ Fasten nach Buchinger & Basenfasten, Yoga, Wandern, Sauna & Massagen Telefon 01 73 - 8 15 15 63  Campingplatz „Ostrauer Mühle“ Campingplatz, Pension, Wanderquartier Telefon 03 50 22 - 4 27 42  Gaststätte „Flößerstube“ Genießen Sie gutbürgerliche Küche auf der Gartenterrasse! Telefon 03 50 22 - 50 00 44  Restaurant & Hotel *** „Forsthaus“ Regionaler Genuss, hauseigene Spezialitäten und eine große Sommerterrasse! Telefon 03 50 22 - 58 40  Gaststätte und Pension „Lichtenhainer Wasserfall“ Regionales aus Küche & Keller, Biergarten am Wasserfall, Gästezimmer Telefon 03 59 71 - 5 37 33  Gasthaus & Pension „Felsenmühle“ regionale Gerichte u. a. von heimischem Wild, Forellen aus unserem Räucherofen Telefon: 03 59 74 / 5 00 88  Berghütte, Wirtshaus & Museum „Neumannmühle“ Regionale Küche, Fremdenzimmer und Wanderquartier Telefon 03 59 74 - 5 05 65 Wanderrast - Radeleinkehr - Übernachten www.detecto.de Infos unter www.kirnitzschtal.org 26. Kirnitzschtalfest Infos erhalten Sie bei den Gastwirten. 24. – 26. Juli 2026

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