Urlaubsmagazin Saechsische Schweiz 2026

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 48 MENSCHEN UND MACHER Deshalb werten die Einsatzkräfte jede Rettung bei einer Nachbesprechung aus. Insgesamt 141 Einsätze hatten die Bergretter im Jahr 2024. Davon sind 85 Unfälle beim Wandern passiert, 15 beim Klettern. Auch neun Personensuchen und – für die Retter besonders belastend – vier Leichenbergungen waren dabei. Die meisten Unglücke ereignen sich zwischen Frühjahr und Herbst. Doch selbst in den Wintermonaten gibt es Einsätze. »Wir haben eigentlich keine Ruhezeit«, stellt Grötzschel fest. »Man muss mit offenen Augen laufen« Ist die Sächsische Schweiz ein gefährliches Terrain? »Nein, man muss nur mit offenen Augen laufen«, beruhigt Michael Grötzschel. Er empfiehlt, sich vorher gut über die örtlichen Gegebenheiten zu informieren. »Durch Höhenunterschiede und die Felsstruktur ist Wandern in der Sächsischen Schweiz oft auch etwas Bergsteigen«, erklärt er, »die Schrammsteine, zum Beispiel, geht es nur über Stiegen rauf und runter«. Fehleinschätzungen und Leichtsinn, so der 46-Jährige, seien besonders häufig die Ursache für Notfälle. Wer die Wege verlässt, riskiert, auf steilen Felsvorsprüngen stecken zu bleiben, wer ohne Karte geht, sich zu verirren. Andere überschätzen ihre Ausdauer oder ihre Fähigkeiten. An einigen Stellen in der Sächsischen Schweiz gibt es außerdem Zugänge zu Klettersteigen. Wer dort ohne entsprechendes Equipment hochsteigt, muss anschließend unter Umständen per Hubschrauber gerettet werden. »Im Gedächtnis bleiben die Menschen, die wiederkommen« Bergretter sein ist ein Knochenjob. Das wird uns im Gespräch mit dem Einsatzleiter klar. Doch er berichtet auch von schönen Seiten. Regelmäßig kommen Dankesbriefe von Geretteten in der Wache an. Eine Frau, die sich bei einer Wanderung schwer verletzte, bringt jedes Jahr einen Kuchen vorbei. Und einen jungen Mann, den die Bergwacht nach einem Absturz versorgte, trafen sie bei einer medizinischen Schulung als Fallbeispiel wieder. »Im Gedächtnis bleiben die Menschen, die wiederkommen und Danke sagen«, sagt Michael Grötzschel. Die Sonne steht mittlerweile tief hinter dem Gohrisch. Wir verabschieden uns von dem Bergwachtleiter und seiner bunten Truppe. Für die meisten beginnt nach einem aufregenden Tag jetzt der Feierabend. Wir hoffen, sie nie rufen zu müssen. Aber es ist ein schönes Gefühl, dass es sie gibt. Danke, dass ihr da seid! // 1. VORBEREITUNG: Route passend zum eigenen Können wählen und sich über Länge, Anspruch und Dauer informieren. 2. INFORMATIONEN EINHOLEN: Bei Touristinformationen oder besetzten Bergwachtstationen Rathen und Bielatal nach Wegbeschaffenheit und Besonderheiten fragen. 3. ZEITMANAGEMENT: Genug Zeit einplanen, um vor Einbruch der Dunkelheit zurückzukehren. Regelmäßige Pausen einplanen, um Überanstrengung zu vermeiden. 4. AUSRÜSTUNG: Festes Schuhwerk und wettergerechte Kleidung tragen. Stirn- oder Taschenlampe sowie Erste-Hilfe-Set einpacken. 5. ORIENTIERUNG: Auf Wegweiser, Warn- und Verbotsschilder achten. Offline-Wanderkarten, Kompass oder GPS-Gerät mitnehmen, Handyakku für Notfälle schonen. 6. PROVIANT: Ausreichend Essen und Trinken mitnehmen. 7. UNTERWEGS: Umgebung beachten und auf markierten Wegen bleiben. Bei Unsicherheit umkehren, sonst steigt die Gefahr, abzurutschen. 8. WASSER: Kein ungefiltertes Wasser aus Bächen oder unbekannten Quellen trinken. 9. WETTER: Bei aufkommendem Gewitter Schutz in Hütte oder Unterstand suchen. 10. IM NOTFALL: Umgehend 112 wählen und die 5 Ws beachten (Wo ist es passiert, Was ist passiert, Wie viele Verletzte, Welche Verletzungen, Warten auf Rückfragen). 11. ORTUNG: Standortkoordinaten von GPS- oder Mobilgerät helfen bei der Ortung. 12. TIPP: Viele Wegweiser in der Nationalparkregion sind auf der Rückseite mit Notfallnummern auf gelben Marken versehen. Damit kann die Leitstelle den genauen Standort zuordnen! Tipps der Bergwacht zum sicheren Wandern Hohe Schule: Beim Abseilen mit Rettungstrage muss jeder Handgriff sitzen. Marko Förster

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