URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 101 KUNST UND KULTUR Steinbrecher waren sein Lebensthema Juliane Gatomski führt uns weiter durch das Haus, am kleinen Wohnzimmer vorbei, in dem Helene Sterl in ihren letzten Jahren gern gesessen und gelesen hat, den Ateliergang hinunter bis ins Atelier. Auf Staffeleien und an den Wänden hängen und stehen dutzende Ölgemälde dicht an dicht. Darunter immer wieder Steinbrecherbilder. Die schwere und gefährliKind. »Kinderbetreuung gab es nicht. Alt und Jung mussten mithelfen. Das scheint ihn bewegt zu haben. So ist dieses Bild entstanden.« Doch egal ob er Musiker, Dirigenten, Adlige und wohlhabende Bürger malte oder einfache Bauern, Schiffstreidler, Töpfer, Schäfer und Lastenträger: Sterls Bilder zeigen stets eine große Empathie für sein Subjekt. Und zeitlebens lag ihm, der trotz ärmlicher Herkunft bereits als 14-Jähriger in die Kunstakademie eingetreten war, die Förderung des Nachwuchses am Herzen. In seinem letzten Brief an einen Freund schreibt Robert Sterl: »Große Gedanken und ein reines Herz sind alles, was wir von Gott erbitten sollten. Auf diese Form habe ich auch mein Leben immer gebracht. Dazu seit 1904 ein herrliches Arbeitsleben mit meinen Bildern – und das Schönste, talentvoller Jugend fördernd etwas sein zu können.« Unser Besuch im Hause Sterl endet in einem abgelegenen Winkel seines Gartens. Versteckt zwischen Rhododendron-Büschen finden wir die Grabstätte der Eheleute. Ein schlichter Quader markiert den Ort ihrer letzten Ruhe, geschaffen aus dem Material, das in Sterls Leben und Werk stets einen Ehrenplatz hatte: Sandstein. // KONTAKT Robert-Sterl-Haus Robert-Sterl-Straße 30 01796 Struppen OT Naundorf www.robert-sterl-haus.de ÖFFNUNGSZEITEN: Mai bis Oktober: Donnerstag – Sonntag, 9:30 – 17:00 Uhr November bis April: Donnerstag u. Samstag, 10:00 – 16:00 Uhr (15.12. – 15.01. geschlossen.) Führungen nach Absprache auch außerhalb der Öffnungszeiten. CZ CZ Elbe Dresden Děčín (Tetschen) Pirna Naundorf Neustadt Radeberg Königstein Weesenstein Bad GottleubaBerggießhübel Stolpen Sebnitz Bad Schandau Hohnstein Lohmen che Arbeit in den Sandsteinbrüchen in der Sächsischen Schweiz hat ihn fasziniert. Sie wurde sein wichtigstes Thema. Vielleicht lag es daran, dass sein Vater, ein Steinmetz, früh an der Staublunge, einer typischen Steinbrecherkrankheit, gestorben war. Mehr als 100 Ölbilder und unzählige Zeichnungen widmete er diesem Sujet. Am Bild »Die Steineklopferin« aus dem Jahr 1907 bleiben wir stehen. Es zeigt eine Frau, die kniend, ohne Schuhe, in der prallen Mittagssonne mit einem Hammer Steine zerkleinert. »Die Frau hat er gesehen und sofort in sein Skizzenbuch eingezeichnet«, sagt Juliane Gatomski. Sie macht uns auf ein Detail aufmerksam. Neben der Arbeiterin im Schatten liegt ein Museumsleiterin Juliane Gatomski im Gespräch Sebastian Thiel/THIEL Creative Content Das Museum pflegt den künstlerischen Nachlass Robert Sterls. Bernd Grundmann Grabstätte der Eheleute Helene und Robert Sterl im Garten Sebastian Thiel/THIEL Creative Content
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