URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 44 ACTION UND ABENTEUER Zu ihren Lieblingsmotiven zählt die Basteibrücke mit dem Neurathener Felsentor. Im November, wenn die Sonne aus einem bestimmten Blickwinkel direkt zwischen den beiden Türmen der natürlichen Formation aufgehe, sei es dort unvergleichlich schön. Schon Caspar David Friedrich war von dem Neurathener Felsentor fasziniert. 1823 verewigte er es in seinem mystischen Ölgemälde »Felsenlandschaft im Elbsandsteingebirge«. Damals war die Sächsische Schweiz bereits sein wichtigstes Motiv. Immer wieder brach er von seinem Dresdner Atelier zu langen Wanderungen in die Region auf. Studien von Felsen und Tafelbergen nutzte er 1818 für sein berühmtestes Werk: »Wanderer über dem Nebelmeer«. »Seine gemalten Bilder entsprechen meinem Schönheitsideal. Das möchte ich auch in meiner Fotografie umsetzen.« Für viele Fotografen sind Friedrichs Gemälde ein Maßstab. Einer davon ist Sebastian Rose. Seit 15 Jahren fotografiert der Dresdner in der Sächsischen Schweiz und folgt dabei auch Friedrichs Spuren. Der Romantiker beeindruckt ihn: »Seine gemalten Bilder entsprechen meinem Schönheitsideal. Das möchte ich auch in meiner Fotografie umsetzen.« Den gesamten, 116 Kilometer langen Malerweg ist er schon zwei Mal gegangen. Manche Etappen sogar deutlich öfter – zum Beispiel Etappe 4 mit den Schrammsteinen, die zu seinen liebsten Motiven gehören. »Ich fotografiere sie gern im Sommer. Zu dieser Jahreszeit ist der umliegende Laubwald sattgrün und steht in einem schönen Kontrast zu den dunklen Steinen. Die Sonne geht meist genau hinter der Felsformation unter. Das ist ein Naturschauspiel.« Wer die Poesie der Landschaft in seinen Bildern ausdrücken will, muss sie zuallererst sehen. Ein weiterer Lieblingsort der Elbsandstein-Fotografen liegt ebenfalls an Etappe 4 des Malerwegs: das Kleine Prebischtor im Herzen des Nationalparks. Wer hier fotografieren möchte, muss weit laufen. Doch es sei die Mühe wert, so Philipp Zieger. Ideale Bedingungen seien hier viel Sonne und Nebel. Das ließe die Blätter der nebenstehenden Buche strahlen und die Struktur ihres imposanten Wurzelteppichs hervortreten. Im Winter dagegen zaubere Raureif eine geheimnisvolle Atmosphäre. Wer die Poesie der Landschaft in seinen Bildern ausdrücken will, muss sie zuallererst sehen. Achtsamkeit und Sensibilität stehen am Anfang der Kreativität. »Fotografieren«, so Britta Prema, »bedeutet, durchzuatmen, innezuhalten, sich von der Natur berühren zu lassen.« Das könnte auch Caspar David Friedrich unterschreiben. // BRITTA PREMA ist Heilpraktikerin, BewusstSeinsLehrerin und seit 2015 unter dem Logo PremArtFoto auch Elbsandstein-Fotografin. Ihre liebsten Foto-Spots am Malerweg sind die Bastei am Morgen, der Carolafelsen zum Sonnenuntergang und der Gohrisch zu jeder Tageszeit – gern auch bei Neuschnee. www.spirit-on-earth.com Die sich beinahe berührenden Felsspitzen, das durch Wolkenschleier diesige Licht, die geisterhaften Bäume: Fast so, wie Friedrich die Basteibrücke schon 1822 gesehen hatte, erlebt sie auch Britta Prema im April 2022. Für diese Perspektive hat sie vom Ferdinandstein mit einer Brennweite von 24 Millimeter fotografiert. Caspar David Friedrich: »Felsenlandschaft im Elbsandsteingebirge«, um 1822/23, Öl auf Leinwand, Wien, Belvedere Basteibrücke
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