Urlaubsmagazin Saechsische Schweiz 2026

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2026 www.saechsische-schweiz.de 46 MENSCHEN UND MACHER Menschen und Macher Eigentlich sind sie Dachdecker, Feuerwehrmann und Straßenbahnfahrer. Doch wenn der Pieper piept, seilen sie sich von Felskanten ab oder fliegen im Helikopter mit. Die Bergretter in der Sächsischen Schweiz helfen Wanderern und Kletterern aus misslicher Lage – und oft retten sie Leben. Ehrenamtlich. Schon von weitem erkennen wir die großen Geländewagen mit dem orangeroten Streifen und die markanten rot-blauen Uniformen. Am Fuße des Gohrisch an der Papstdorfer Kirche erleben wir einen seltenen Anblick: Mehr als 15 Bergretter der Bergwacht Bad Schandau haben sich an diesem sonnigen Augusttag hier versammelt. Fototermin für das Urlaubsmagazin. Noch kurz zuvor waren einige von ihnen im Einsatz. In Liebethal ist ein Kletterer abgestürzt, in den Affensteinen eine Wanderin. Jetzt ist Zeit zum Verschnaufen – und alte Geschichten aufwärmen. Bergrettung beginnt in der Sächsischen Schweiz. »Einmal ist eine ältere Dame bei einem Abendspaziergang in eine Felsspalte gerutscht. Um keine Umstände zu machen, verbrachte sie die ganze Nacht in der brenzligen Situation und wählte erst am nächsten Morgen den Notruf«, erzählt Michael Grötzschel. Seine Jacke ziert ein rundes Abzeichen: rotes Kreuz vor weißer Edelweißblüte. Es ist das traditionelle Signet der meisten deutschen Bergwachten. Anders als es die alpine Symbolik vermuten lässt, nimmt die Bergrettung nicht in den Alpen ihren Anfang. Sie beginnt genau hier: vor mehr als 100 Jahren in der Sächsischen Schweiz. Die Sächsische Schweiz ist eines der ältesten Klettergebiete der Erde. Schon um die Jahrhundertwende gibt es eine sehr aktive Kletterszene in der Region. Unfälle bleiben nicht aus. Im Jahr 1912 gründet sich innerhalb des Sächsischen Bergsteigerbundes eine Samariter-Abteilung. Es ist der erste organisierte Gebirgssanitätsdienst in Deutschland. Seine Nachfolger sind die Bergwachten in Bad Schandau, Pirna und Sebnitz, die heute zum Kreisverband Sebnitz des Deutschen Roten Kreuzes zählen. Im Sommer unterstützen außerdem die sogenannten »felsfernen« Bergwachten aus Dresden, Meißen, Bautzen und Großenhain. HELDEN AUF ABRUF Starkes Team: Die Kameradinnen und Kameraden der Bergwacht Bad Schandau posieren für uns an der Papstdorfer Kirche. Marko Förster Michael Grötzschel, Leiter der Bergwacht Bad Schandau Marko Förster

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