In der Sächsischen Schweiz gibt es eine quicklebendige Handwerkstradition. In kleinen Manufakturen entstehen wahre Meisterstücke. Oftmals gewähren die Betriebe spannende Einblicke in ihre Werkstätten. Manche laden zum Mitmachen ein. Und immer entstehen dabei authentische Mitbringsel für die Lieben daheim. Wir stellen Euch einige vor.

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Modell-Raddampfer-Manufaktur

Neun historische Schaufelraddampfer umfasst die Weiße Flotte der Sächsischen Dampfschifffahrt. Es ist die größte und älteste Raddampferflotte der Welt. Gebaut zwischen 1879 und 1929 auf den Dresdner Traditionswerften prägen sie bis heute das Bild der Elbe. Den Meisterwerken sächsischer Ingenieurskunst setzen zwei Modellbauer in Königstein ein beeindruckendes Denkmal: Mit viel Hingabe und höchster Präzision bauen sie die imposanten Gefährte detailgetreu im Maßstab 1:400 nach. Über einhundert teils nur millimetergroße Einzelteile fügen sie mit Lupe, Pinzette und handwerklichem Geschick zusammen. Der Fertigungsprozess und das Ergebnis können sich sehen lassen – und zwar in der Modellmanufaktur, die auf Anfrage besichtigt werden kann.Montags bis freitags von 9 bis 12 und 14 bis 17 Uhr
www.modell-raddampfer-manufaktur.de

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Kunsthandwerkerhaus RATAGS

Im Winter sind sie in unzähligen Fenstern zu sehen: Schwibbögen. Mit ihrem dezenten Licht versprühen sie in der Vorweihnachtszeit einen ganz besonderen Zauber. Die Tradition stammt aus Sachsen. Und in Sachsen werden die beliebten Dekorationsstücke auch noch handwerklich gefertigt. Etwa in Langenwolmsdorf bei Stolpen. Das Kunsthandwerkerhaus RATAGS fing 1987 als Zweimannbetrieb an und beschäftigt heute 150 Mitarbeiter, die in der Schauwerkstatt drechseln, schnitzen und Figuren bauen. Auch Pyramiden, Räuchermännchen und sogar Osterhasen werden in der Manufaktur hergestellt. Die Erlebniswelt in den zwei Dreiseitenhöfen zeigt zudem auf 20 000 Quadratmetern die größte Weihnachts- und Osterausstellung Deutschlands.

Schaumanufaktur und Werkstattverkauf: täglich 10 bis 18 Uhr
www.ratags.de

Seidenblumenmanufaktur Sebnitz (c) AchimMeurer_TMGS

Seidenblumenwerkstatt, auch bekannt unter dem Namen Deutsche Kunstblume Sebnitz

Wiesenblumen, Orchideen, Frühjahrsblüher – in Sebnitz gibt es sie alle das ganze Jahr über. In kunstvoller Handarbeit fertigen zwölf Frauen in der Deutschen Kunstblume Sebnitz farbenprächtige Blumen aus Samt, Seide und Taft. Bereits 1834 begann die Erfolgsgeschichte: Viele neue Handwerksbetriebe entstanden und beschäftigten bald Tausende Menschen in der Sebnitzer Kunstblumenindustrie. Die Blumen wurden in alle Welt exportiert. Heute lebt die Tradition nur noch im Kleinen fort und die Manufaktur zählt zu den wenigen weltweit, in denen Seidenblumen noch immer von Hand hergestellt werden. Der Vorgang des „Blümelns“ hat sich dabei kaum verändert. So kann man den fingerfertigen Frauen zusehen, wie sie stanzen, färben und prägen und schließlich alle Blumenteile zu einem Gesamtkunstwerk zusammenfügen. Und am Ende des Rundganges kann man die eigene Fingerfertigkeit beim Selberblümeln testen – oder ein fertiges Kunstwerk im Verkaufsraum erwerben.

Schaumanufaktur: dienstags bis sonntags sowie feiertags 10 bis 17 Uhr
Werkstattverkauf: täglich 10 bis 17 Uhr
www.deutsche-kunstblume-sebnitz.de

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