©: Anna Meurer

Cheers! Prost! Na zdravĂ­!
Die bunte Craft-Bier-Szene der Sächsischen Schweiz

Seit über 1000 Jahren wird in Sachsen Bier gebraut. Auch in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz hat das Handwerk Tradition. Wir haben uns auf Entdeckungstour begeben.

Das Urgestein: Brauhaus Pirna „Zum Gießer“

Im Pirnaer Brauhaus „Zum Gießer“ werden seit 1998 feine Hopfengetränke geschaffen, die letzten 20 Jahre in Verantwortung des Braumeister Benjamin Vogel. Zum Stammsortiment aus Bastei-Pils, Gießer Dunkel und Pirnaer Stadtbier kommen saisonale Stouts, Bock- und Rauchbiere. Alles ist – wie es sich für Craft-Biere gehört – unfiltriert, unpasteurisiert und reine Handarbeit. „Es ist ein Handwerk“, sagt Betriebsleiter Enrico Pissarek, „auch bei unserer Brauereigröße wird alles noch angefasst.“ Gäste sehen die Lagertanks durch Glasscheiben und probieren das Bier bei Führungen. Verkauft wird es unter anderem in der Obstscheune Krietzschwitz.
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Ein Mann kniet in einer Brauerei, umgeben von anderen Brauereigeräten, und gießt Bier aus einem großen Edelstahltank in einen Glasbecher.©: Brauhaus Zum Gießer

Veranstaltungstipp

2. Pirnaer Bierfestival

Am 6. Juni 2026 lädt das Brauhaus „Zum Gießer“ zum Festival mit über 20 deutschen und tschechischen Brauereien – unter anderem den Brauhäusern Watzke, Altlandsberg, Falkenstein, Kocour und Lohmen.

Ein warm beleuchtetes gelbes Gebäude mit dem Schriftzug ©: Brauhaus Zum Gießer

Der Einzelkämpfer: HOFBRAUEREI Lohmen

„Ich finde es faszinierend, dass wir mit immer gleichen Zutaten so viele Sorten verschiedenen Geschmacks schaffen können“, sagt der Diplom-Agraringenieur Stefan Oettel. Seit 2017 betreibt er die Hofbrauerei Lohmen fast allein – mit Hilfe zweier Ruheständler aus dem Dorf. Etwa 40.000 Liter biozertifiziertes Bier entstehen jährlich: Ein Kellerbier, ein Rotbier, das Sandstein-Weizen und fünf bis sechs weitere Sorten. Alleinstellungsmerkmal ist die Flaschengärung, bei der das Bier nach dem Abfüllen weiterreift. Gäste probieren beim jährlichen Hofbrauereifest, angemeldeten Führungen oder an über 50 Verkaufsstellen und Gaststätten in Dresden und der Sächsischen Schweiz.
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Die Kreativen: Ranunkelhof Pirna

Auf der Speisekarte stehen Hopfenlimonade, Biersoße und die Ranunkelbräu-Bierstange. Am Braukessel steht Braumeister Stefan Mitreuter – oder Interessierte, die einen Tag lang mitbrauen. Bier zum Erlebnis machen: Das ist das Motto des Ranunkelhofs in Pirna, der im August 2025 eröffnete. Die Brauerei mit Wirtshaus und Herberge liegt direkt am Elbufer und lädt Reisende und Tagesgäste auf ein feines Nachtlager, deftige Speisen oder das frisch gebraute Ranunkelbräu ein. Im Ausschank sind zwei Ganzjahresbiere sowie saisonales Festbier, Weizen, Dunkles und Bock. Auch Events sind geplant.
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Ein Glas helles Bier und ein dunkler, verschnörkelter Bierkrug mit Blumenmuster stehen auf einem Tisch im Freien. Das Glas ist mit ©: Seidel Architekten

Die Geselligen: Brauhaus Falkenstein

Fast 80 Jahre lang war das Brauhandwerk in Krásná Lípa (Schönlinde) ausgestorben. Dann brachte es Jan Srb im Jahr 2013 mit dem Pivovar Falkenštejn (Brauhaus Falkenstein) dorthin zurück. Sein Wunsch: „Wir möchten mehr sein als nur eine Brauerei. Wir möchten ein sozialer und kultureller Mittelpunkt sein.“ Das Brauhaus ist inzwischen eine regionale Größe. Ganze 15 bis 20 Biersorten entstehen hier im Jahr, zu probieren bei Führungen oder beim alljährlichen Brauhausfest. Beliebtester Klassiker ist das „Svĕták“, ein hopfiges Lager nach böhmischer Art.
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Die Traditionsbewussten: Brauerei Kocour

„Unser Bier brauen wir nach bestem Gewissen unter Verwendung 60 Jahre alter Technologie“, sagt Josef Šusta, Gründer des Pivovar Kocour (Brauhaus „Kater“) in Varnsdorf stolz. Seit 2007 wird hier Bier hergestellt, mit fünf Hauptsorten, alkoholfreiem Bier, Limonaden und dem legendären „K31“ – mit 12,3 Prozent Alkohol eines der stärksten tschechischen Biere. Kocour ist zudem die vermutlich einzige Brauerei des Landes mit eigenem Eisenbahnhalt. Übernachten können Gäste in ausgedienten Eisenbahnwaggons.
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Text: Thiel PR

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