Urlaubsmagazin Sächsische Schweiz

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2025 www.saechsische-schweiz.de 79 FELSENWINTER Familien mit bewegungsfreudigen Kindern. Dazu passt das winterliche Verwöhnangebot der hier befindlichen Bergwirtschaft Kuhstall. Mollig warmer Kachelofen, frisch gebackene Waffeln, heiße Schokolade: Das ist hier das Hausrezept gegen kalte Finger und Zehen. Spannend, wie der Wald sich heilt Vom Kuhstall geht es hinab ins Tal, dann über den Fluss und wieder hinauf zum Gipfel des Großsteins. Der Wald links und rechts des Weges bietet hier zum Teil einen wilden Anblick. Mehrere trockene Sommer in Folge und eine Borkenkäferplage haben vor einigen Jahren zum Absterben der Fichten geführt. Zurück geblieben ist ein Mikado aus Totholz. Doch zwischen den gefallenen Stämmen wachsen schon überall junge Bäumchen nach. Ein neuer Mischwald entsteht. »Natürlicher Waldumbau« nennt die Nationalparkverwaltung den Prozess, der sich hier und an zahlreichen weiteren Stellen des Schutzgebietes vollzieht. Der Mensch greift nur ein, um Wege und Straßen zu sichern. Ansonsten darf das Holz als natürliches Insektenhotel liegen bleiben. Es ist spannend zu sehen, wie der Wald sich selbst heilt, wenn er darf. Lost Place Endlerkuppe Den idyllischen Gipfel des Großsteins mit seinen lauschigen Aussichtspunkten haben ZUM NACHWANDERN Der »Rundweg Lichtenhain« ist eine von 40 ausgewählten Wanderrouten inklusive Wintereinkehr, die in der offiziellen Winterwanderkarte Sächsische Schweiz vorgestellt werden. Die Winterwanderkarte ist in den Touristinformationen in der Region oder unter shop.saechsische-schweiz.de erhältlich. wir heute fast für uns allein. Uns eröffnet sich ein grandioser Panoramablick auf den Canyon der Kirnitzsch und die imposante Felsenwelt der Kernzone des Nationalparks. Kurz nach dem Abstieg ändert sich die Szenerie komplett. Statt durch Wald und Felsen laufen wir auf einem Feldweg über offenes Hügelland. Etwas surreal erscheint das ehemalige Jugenderholungsheim »Endlerkuppe« mit seinem markanten Wasserturm am Horizont. Erbaut wurde die monumentale Anlage Ende der 1920er Jahre mit hehren ästhetischen und sozialen Absichten. Erziehung durch Schönheit: Das war die Idee. Bald wurde der Komplex jedoch in den Dienst von Krieg und Ideologie gestellt, zuletzt als SED-Parteischule. Seit mehr als 30 Jahren steht er leer und wartet verfallend auf eine neue Bestimmung. Orte mit Logenplatz Wir durchqueren das beschauliche Ottendorf. Wie Altendorf, Mittelndorf, Lichtenhain und Saupsdorf, die hier den Nationalpark gen Norden begrenzen, gehört der Ort zu den »Panoramadörfern« der Sächsischen Schweiz. Ihre exponierte Höhenlage nördlich des Kirnitzschtals erlaubt immer wieder erhebende Fernblicke auf die Bergwelt im Schutzgebiet. In Lichtenhain sausen auf einer abschüssigen Straße zwei Jungs auf ihren Fahrrädern an uns vorbei. Ja, ab jetzt geht es nur noch bergab bis ins Kirnitzschtal, zum Ausgangspunkt Lichtenhainer Wasserfall. Die Stille im Tal, das letzte Sonnenlicht auf den Bäumen hoch oben am Hang, das Murmeln des Flusses: Das Warten auf die Kirnitzschtalbahn ist meditativ. Nur drei Wanderpärchen finden sich ein. Dann kündigt das markante Quietschen die Ankunft der Bahn an. Noch einmal abkoppeln, rangieren, ankoppeln. Dann dürfen wir einsteigen, »aber bitte nur mit Hausschuhen«, scherzt der Fahrer, der eben noch einmal durchgefegt hat. Es ist die letzte Fahrt des Tages. Ruckelnd und quietschend geht es zurück durch das Tal nach Bad Schandau. Bekannte grüßt der Fahrer unterwegs mit einem kurzen Klingeln; sie antworten mit einem freundlichen Winken. Das Tal und seine Bahn: Das gehört einfach zusammen. // Sebastian Thiel Einkehr in der Bergwirtschaft Kuhstall Ausblick vom Großstein Sebastian Thiel/Thiel Creative Content

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