Urlaubsmagazin Sächsische Schweiz

URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2025 www.saechsische-schweiz.de 114 KULTUR CZ CZ Elbe Dresden Děčín (Tetschen) Pirna Neustadt Radeberg Königstein Weesenstein Maxen Bad GottleubaBerggießhübel Stolpen Sebnitz Bad Schandau Hohnstein Lohmen Kleinhennersdorf ReinhardtsdorfSchöna THEATER? EHRENSACHE! Es geht drunter und drüber an diesem lauen Sommerabend in Maxen! Der fröhliche Zorzetto liebt eigentlich die unschuldige Gnese, die temperamentvolle Lucietta ist eigentlich mit dem fliegenden Händler Anzoletto verlobt. Doch dann tritt dieser heißblütige Dandy auf den Plan und stellt mit seinen an Mütter wie Töchter großzügig verteilten Eheversprechen das kleinbürgerliche Leben auf den Kopf. Die Laienschauspielgruppe des Heimatvereins probt für die Wiederaufnahme der aberwitzigen italienischen Komödie »Der Campiello«, ein Stück aus dem 18. Jahrhundert. Der Ort, eine kleine Freilichtbühne im ehemaligen königlich-sächsischen Marmorbruch, ist wie geschaffen für leichtes Sommertheater. Schon in den 1950er Jahren wurde hier gespielt, gesungen und getanzt. Dann geriet die Bühne in Vergessenheit. Der Heimatverein hat das Amphitheater Anfang der 2000er unter großen Mühen aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst. Seitdem ist es wieder ein lebendiger Ort der Kultur. »Die Naturbühne ist unsere Leidenschaft. Manchmal war es ein Kampf, aber mit Blick auf das Ergebnis ist alles vergessen«, erinnert sich Dirk Kluge, Leitungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Naturbühne, an die Mühen des Anfangs. Zwei Theaterstücke führt Graswurzeltheater der Verein jedes Jahr auf, alle zwei Jahre wechseln die Stücke. »Das ist eine unglaubliche Teamleistung«, sagt der gelernte Tischlermeister. www.naturbuehne-maxen.de »Wir machen Theater mit den Leuten, nicht für sie« Ortswechsel. Eine kuriose Prozession aus bunt Kostümierten, gefolgt von etwa 250 Leuten mit Klapphockern zieht durch Reinhardtsdorf-Schöna. Dass das Theater ist, wissen nur Eingeweihte. Die Kulisse aus Feldern, Höfen und Tafelbergen ist echt. Und zum Szenenwechsel wandert das Publikum. Das Konzept Landschaftstheater begeisterte Tom Jäger schon 2013, als das Projekt SandsteinSpiele des Staatsschauspiels Dresden gerade anlief. Damals war er noch Zuschauer. Heute ist er Vorstandsvorsitzender des 2015 gegründeten, gleichnamigen Vereins. Gespielt wird innerhalb der Gemeinde jedes Jahr an anderen Orten. Anliegen der Laien-Theatergruppe ist es, Einheimische zum Mitmachen zu bewegen: »Wir machen Theater mit den Leuten, nicht für sie«, sagt Tom Jäger. Beinahe jährlich verzeichnet der aktuell 70 Mitglieder starke Verein Zulauf. Damit ist die Zukunft der SandsteinSpiele gesichert. »Wer einmal drin ist, der kommt nicht mehr raus«, ergänzt der studierte Maschinenbauingenieur mit einem Augenzwinkern. www.sandsteinspiele.de Leichtes Sommertheater im alten Steinbruch: Die Naturbühne Maxen spielt »Der Campiello« Sebastian Thiel/ THIEL Creative Content Kultur auf dem Lande, abseits etablierter staatlicher Institutionen, funktioniert oft nur mit Herzblut und ehrenamtlichen Engagement. Genau das ist das Reizvolle. Drei Entdeckungen in der Sächsischen Schweiz.

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