URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2025 www.saechsische-schweiz.de 12 NATURWUNDER Vor etwa 90 Millionen Jahren zieht sich das Wasser zurück. Die Ablagerungen verhärten zu Stein. Mit Beginn des Tertiärs vor etwa 66 Millionen Jahren wird die mehrere Hundert Meter mächtige Sandsteinplatte gehoben und zerbricht in quaderförmige Teile. Regen und Witterung vertiefen die Bruchfugen in einem Jahrmillionen andauernden Prozess und formen die imposanten Tafelberge sowie die typisch wildromantischen Schluchten. An mehreren Stellen entstehen Vulkane und erstarren zu mächtigen Kegelbergen aus Basalt – wie Großer und Kleiner Winterberg, Stolpener Burgberg, Cottaer Spitzberg oder Rosenberg auf böhmischer Seite. Die Elbe bahnt sich ihren Weg durch die Region und schafft dabei imposante Felswände. Wasser hat die Region geschaffen. Wasser ist auch ein wesentlicher Teil des Landschaftserlebnisses. Wo Schluchten und Täler sind, gibt es auch Flüsse und Bäche. Die idyllischen Täler von Wesenitz, Kirnitzsch, Sebnitz, Polenz und Biela gehören zu den beliebtesten Wandergebieten der Region. Romantisch ist das Kahnfahren durch die Kirnitzschklamm an der Oberen Schleuse bei Hinterhermsdorf oder auf dem Amselsee bei Rathen, meditativ das Tröpfeln des Rinnsales über der Gautschgrotte bei Hohnstein, erfrischend das kühle Nass der Ilmenquelle in Schmilka, mystisch das berühmte Nebelmeer, welches im Herbst oft fotogen die Tafelberge umwogt. Bis heute formt Wasser die Landschaft der Sächsischen Schweiz, am stärksten durch Verwitterung. Aufgrund der großen Poren des Sandsteins kann Regen gut versickern und löst dabei Eisenoxide, aber auch Kieselsäure aus dem Gestein – den Stoff, der die Sandkörner im Fels zusammenhält. Der Sand wird vom Regen ausgewaschen. Zurück bleiben rote, gelbe und schwarze Färbungen sowie bizarre Felsformen. Doch auch die verschwinden langsam. »In bereits einer Million Jahren könnten die Tafelberge vollständig abgetragen sein«, prophezeit Dr. Anke Dürkoop. Nach menschlichen Maßstäben ist das eine Ewigkeit, doch die Zeichen der Erosion sind allgegenwärtig. Wer durch die Sächsische Schweiz wandert, läuft häufig durch feinen Sand. Es ist der Meeresgrund der Kreidezeit, der sich aus den Felsen gelöst hat. Und früher oder später gelangt dieser Sand über Bäche und Flüsse in die Elbe und über die Elbe in die Nordsee. Die Sächsische Schweiz, das Wunder aus dem Meer, kehrt irgendwann wieder ins Meer zurück. Burg Stolpen: Ein Vulkanschlot durchbrach einst den Granit und formte die Basaltkuppe mit ihren markanten Säulen. czechvibes Schluchten und Täler, Flüsse und Bäche: Einige der schönsten Wanderrouten der Sächsischen Schweiz führen am Wasser entlang. Tobias Richter TIPP Touren mit Dr. Anke Dürkoop können über die Webseite des Tourismusverbandes gebucht werden: www.saechsische-schweiz.de/ buchen/erlebnisangebote/ erlebnisse
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