URLAUBSMAGAZIN Sächsische Schweiz 2025 www.saechsische-schweiz.de 116 KULTUR CZ CZ Elbe Dresden Děčín (Tetschen) Pirna Neustadt Radeberg Königstein Weesenstein Bad GottleubaBerggießhübel Stolpen Sebnitz Bad Schandau Hohnstein Lohmen NEUES AUS DER KASPERSTADT Elisabeth Trobisch führt in Hohnstein die Tradition des Puppenkopfschnitzens fort. In der neuen Schauwerkstatt kann man der Theaterplastikerin über die Schulter schauen. Sonne fällt durch die großen Fenster in die kleine Werkstatt an der Rathausstraße in Hohnstein. Es duftet nach Holz. Elisabeth Trobisch steht mit Lederschürze an einer Werkbank und arbeitet konzentriert am hölzernen Kopf einer Handspielpuppe. Schnitt für Schnitt formen sich Auge, Nase und Mund des faustgroßen Kopfes der Königin heraus. »Ein bis zwei Tage kann es schon mal dauern, bis ich mit einem speziellen Kopf fertig bin«, sagt die studierte Theaterplastikerin. Fertig geschnitzt, malt sie die Köpfe von Kasper, Gretel, Räuber oder Hexe farbig an. Danach werden sie von einer Schneiderin angekleidet. Seit Januar 2024 arbeitet Trobisch in der Schauwerkstatt. Damit führt sie die Schnitztradition des Hohnsteiner Kaspers fort. Vor mehr als 100 Jahren schnitzte der Holzbildhauer Theo Eggink den ersten Kasper in Hohnstein. Zusammen mit dem Puppenspieler Max Jacob machte er aus dem eher unangenehmen Jahrmarkt-Kasper einen fröhlichen Zeitgenossen, der Kindern auf humorvolle Art und Weise moralisches Handeln lehrt. Das Erbe Egginks wurde nach seinem Tod von seinem Schüler Gerhard Hohnstein Berger und dessen Sohn Wolfgang fortgeführt – und nun von Elisabeth Trobisch. Die 38-Jährige ist in Hohnstein mit den Kasperfiguren groß geworden. Das Schnitzen lernte sie von ihrem Vater. Nach ihrem Studium der Theaterplastik in Dresden arbeitete sie freiberuflich in Leipzig und Berlin. Seit vier Jahren lebt sie wieder in ihrer Heimat. Als die Stadt sie für die neue Schauwerkstatt »Kaspers Schnitzbude« anfragte, habe sie nicht lang überlegen müssen, sagt sie. Wer sehen möchte, wie die Hohnsteiner Handspielpuppen entstehen, kann Elisabeth Trobisch über die Schulter schauen – und direkt eine als Souvenir mitnehmen. In Schnitzkursen kann man sich außerdem selbst ausprobieren. // Anne Semlin Aus diesem Stück Holz wird einmal ein Hohnsteiner Kasper. Schnitzerin Elisabeth Trobisch und Heike Krause vom Traditionsverein Marko Förster KONTAKT Schauwertkstatt »Kaspers Schnitzbude« Mittwoch bis Freitag 10 bis 14 Uhr Sonnabend 10 bis 12 Uhr www.schnitzbude.de
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