Dort, wo man auf malerische Landschaften mit Tafelbergen, Wäldern, Tälern und kleinen Ortschaften herabblickt, möchte man verweilen. Am liebsten bei einem herzhaften Essen und einem feinen Tröpfchen. Gut, dass es auf einigen der beliebtesten Aussichtsplateaus der Sächsischen Schweiz traditionsreiche Panormarestaurants gibt. Wir stellen vier Landgasthöfe und Restaurants mit den schönsten Panoramen vor.

Panoramarestaurant Bastei – Berggastronomie mit Tradition

Die Basteiaussicht (c) B. GrundmannKaum hatten die Maler die Sächsische Schweiz entdeckt, folgten ihnen die Sommerfrischler. Betuchte ließen sich in Sänften und auf Tragsesseln zu den Panoramen bringen, andere nutzten Pferd und Kutsche, manche gingen zu Fuß. Einer der beliebtesten Aussichtspunkte war und ist seither die Bastei, ein Felsvorsprung 200 Meter über dem Elbtal.

1812 schaffte der Lohmener Fleischer Carl Friedrich Pietzsch erstmals Lebensmittel auf das Plateau, „versieht die Reisenden mit vielerley guten Weinen, kalter, auch sogar warmer Küche“, wie aus den Aufzeichnungen des Kammerherren Carl von Voß bekannt ist. Pietzsch legte damit den Grundstein für eine lange kulinarische Tradition in der gesamten Sächsischen Schweiz.

Wo einst Pietzschs einfache Rindenhütten standen, lädt heute das Berghotel und Panoramarestaurant Bastei zu Rast und Stärkung. Der Blick aus dem Panoramarestaurant ist überwältigend. Tief hinab sieht man die Elbe, die sich durch das Tal windet. Ab und an zieht gemächlich ein Dampfer vorbei. Markant thront der Wartturm unterhalb des 40 Meter langen Panoramafensters. Vis-à-vis erheben sich Lilien- und Pfaffenstein, auch die Festung Königstein und die Rauensteine, bei guter Sicht sogar die Böhmische Schweiz weit hinten am Horizont.

Panoramarestaurant Bastei © Berghotel und Panoramarestaurant BasteiDie Lage überzeugt. Die Speisen tun ihr Übriges. „Das warme, wacholdergeräucherte Filet von der Rathmannsdorfer Regenbogenforelle zählt zu den Leibgerichten der Gäste“, verrät Schröter, „aber auch die Spezialitäten vom Nationalpark-Wild.“ Der erfahrene Hotelier kennzeichnet in seiner Karte alle regionalen Lieferanten mit dem Regionalsiegel. Als zertifizierter NationalparkPartner ist das für ihn selbstverständlich. Auch einen Tipp für den perfekten Abschluss eines Abendessens hat er parat: Dafür empfiehlt er einen Spaziergang zur nahen Basteibrücke. „Dann hat man sie nämlich nahezu für sich allein.“
www.bastei-berghotel.de

Bergwirtschaft Brand-Baude – Mittendrin im Nationalpark

Brandaussicht (c) RoedigWer den Ausblick vom „Balkon der Sächsischen Schweiz“ genießt, tut dies in vollkommener Idylle. Mitten in der streng geschützten Kernzone des Nationalparks, dort wo Autofahren tabu und die nächste Bahnstation kilometerweit entfernt ist, befindet sich auf einem Aussichtsplateau 180 Meter über dem Polenztal die urige Brand-Baude.

Zur Anreise sind 850 Stufen aus dem Tiefen Grund zu bezwingen oder ein drei Kilometer langer Waldweg von Hohnstein kommend. Wer es bequem mag, kann sich die Strecke auch von den Kremsern kutschieren lassen, die hin und her pendeln und damit an die Tradition der Sommerfrischler von vor über 150 Jahren anknüpfen. Die ersten Gebäude auf dem Brand wurden bereits 1850 errichtet, im schönen Schweizerstil, der sich bis heute erhalten hat. 1893 folgte ein Steinhaus für Logiergäste und kurz darauf ein Pferdestall.

Brand-Baude (c) VenusBetreiber des Vier-Häuser-Komplexes ist Michael Dora, der nicht nur gern ins Land hinaus, sondern auch sonst weit blickt. Als NationalparkPartner ist ihm die Förderung regionaler Produzenten eine Herzensangelegenheit. Die Nähe zur Natur zeigt sich auch auf seiner Speisekarte. Küchenchef Uwe Zocher setzt überwiegend auf saisonale Vollwertküche aus den Schätzen der Region, zum Beispiel Galloway-Rind aus dem Nationalpark oder Forellen aus Porschdorf. Holunderblüten und Kräuter für den Tee pflückt er selbst. Und das Bier bezieht er unter anderem von einem sächsischen Missionshof bei Kamenz, dessen Brauerei das seltene unfiltrierte Liesker Bier herstellt.
www.brand-baude.de

Panoramahotel Wolfsberg – Eine Aussicht wie gemalt

Reinhardtsdorf (c) TVSSWAls Caspar David Friedrich Inspirationen und Skizzen für sein Gemälde „Wanderer über dem Nebelmeer“ (1818) sammelte, blickte er unter anderem von diesem Ort hinaus in die Landschaft. Die Felsen im Vordergrund des Bildes stehen zwar an anderer Stelle, doch das Panorama im Hintergrund ist unverkennbar das des Wolfsbergs.

Seit 1890 gibt es auf der 343 Meter hohen Erhebung ein Panoramahotel. Schon die Anreise ist ein Erlebnis: Man passiert abgeschiedene Bauernhöfe, kleine Fachwerkhäuser, Heuhaufen und Kuhweiden. Bald schieben sich die imposanten Schrammsteine ins Blickfeld,  zum Greifen nah. Auch der Falkenstein reiht sich ein. Auf der anderen Seite der Zirkelstein, wie ihn Friedrich sah und dahinter die Bergkegel der Böhmischen Schweiz. Schnell spürt man die Ruhe des versteckten Ortes südlich von Reinhardtsdorf, völlig abseits von Lärm und Verkehr. Hier zählen nur noch der Ausblick und die pure Landidylle.

Mit Sicht auf diese Landschaft serviert Familie Helth im Panoramarestaurant Wolfsberg sächsisch-böhmische Kost, zum Beispiel Hirschbraten vom Wild aus heimischen Wäldern mit hausgemachten Böhmischen Knödeln, Rotkohl und Preiselbeeren. Zum Abschluss ein Glas des roten Wolfsweins, einem Regent aus Baden, den Inhaber Roland und Tochter Anne eigens für den Familienbetrieb eingeführt haben. So jubiliert auf der Aussichtsterrasse des prächtigen Fachwerkhauses nicht nur das Auge, sondern auch der Gaumen.
www.panoramahotel-wolfsberg.de

Landgasthof Heiterer Blick – Landgenuss aus Eigenproduktion

Satte 270 Grad umfasst der Panoramablick von der Sommerterrasse des Landgasthofes Heiterer Blick in Altendorf. Weite Felder liegen den Gästen zu Füßen, am Horizont erheben sich majestätisch die Tafelberge und am Abend taucht die Sonne Felsgipfel in tiefes Rot. Das stimmt heiter. Und heiter geht es nicht nur beim Anblick der Landschaft zu. Das Gasthaus ist so etwas wie das kulturelle Zentrum des Dorfes. Familienfeste, Hochzeiten, Stammtische – fast täglich kommen hier fröhliche Menschen zusammen. Inhaber Bernhard Kirpal liebt die Geselligkeit, viele Gäste kennt er beim Vornamen, stößt mit ihnen auch mal mit Kirpals Haustropfen, dem hauseigenen Kräuterlikör, an.

Der Wirt übernahm 1987 den Betrieb seiner Eltern, so wie auch sie ihn einst von ihren Eltern übernahmen. Seit 1909 existiert das Familienunternehmen, der Name Eysold wechselte durch die Eheschließung zu Kirpal. Auch heute hilft die gesamte Familie mit. Der jüngste Sohn Mirko steht am Herd, der ältere Sohn Jens ist Haustechniker und Schwiegertochter Antje serviert die gutbürgerliche Hausmannskost.

Das Fleisch dafür liefert der nahe gelegene Landschlachthof in Struppen. Die Verarbeitung übernimmt Bernhard Kirpal selbst in seiner Metzgerei. Zweimal im Jahr, im Februar und November lädt er die Altendorfer und Besucher der Region zum großen Schlachtfest und bietet von der Wurstbrühe bis zur deftigen Schweinshaxe die verschiedensten Wurst- und Fleischspezialitäten. Was nicht sofort über den Tisch geht, verkauft er im eigenen Fleischereigeschäft nebst Lebensmitteln für den täglichen Bedarf. Für Malerweg-Wanderer bietet sich hier eine gute Möglichkeit zur Stärkung, bevor sie die nächste Etappe ansteuern.
www.heiterer-blick.info

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