800, 700, 100: Mit runden Zahlen haben wir es in diesem Jahr. Denn es gibt allerhand zu feiern: 800 Jahre Burgstadt Stolpen, 700 Jahre Schloss Weesenstein und 100 Kilometer Forststeig Elbsandstein. Macht euch bereit für erlebnisreiche 12 Monate in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz.

Wild: Eröffnung Forststeig Elbsandstein

(c) Yvonne Brueckner

Ganz besonders gespannt sind wir auf die Eröffnung des Forststeigs Elbsandstein im April. So ein Stück Abenteuer mitten in der Wildnis hat uns im hier einfach immer noch gefehlt. Sachsenforst hat gemeinsam mit vielen freiwilligen Helfern den etwa 100 Kilometer langen Trekkingpfad im linkselbischen Gebiet zwischen der Sächsischen und der Böhmischen Schweiz angelegt. Er verläuft mitten durch den Wald, meist über anspruchsvolles Gelände. 17 Aussichtspunkte, darunter Großer Zschirnstein, Hoher Schneeberg, Tissaer Wände, Zeisigstein, Katzstein, Gohrisch und Papststein, liegen auf dem Weg.

Und statt nach der Wanderung abends wieder mit dem Bus nach Hause oder in die Unterkunft zu fahren, bleibt ihr einfach dort im Wald: Vier rustikale Trekkinghütten und drei Biwakplätze mit Platz für bis zu fünf Zelte warten auf euch. Nach einem einfachen Frühstück aus dem Rucksack geht es gleich weiter zum nächsten Etappenziel. Wer weiß, vielleicht läuft dem ein oder anderen sogar der scheue Luchs über den Weg.

www.forststeig.de

 

Uralt: 800 Jahre Burgstadt Stolpen

(c) Klaus Schieckel

Einst versprach Sachsenkönig August der Starke Gräfin Cosel ewige Treue, dann verbannte er sie auf Burg Stolpen. 49 Jahre verbrachte die berühmteste Mätresse des Sachsenkönigs im 18. Jahrhundert auf der Festung, nachdem sie bei dem notorischen Regenten in Ungnade gefallen war. Ihr Schicksal ist untrennbar mit der Burgstadt verbunden. Die Dauerausstellung berichtet davon.

Doch der Ort im Nordwesten der Sächsischen Schweiz kann weitere spannende Geschichten erzählen. Besonders viel davon in diesem Jahr. Denn die Stadt feiert unter dem Motto „Ein Fest von uns – für uns! Und unsere Gäste!“ ihren 800. Geburtstag mit mehr als 100 Veranstaltungen verteilt auf das gesamte Jahr. Zu den Höhepunkten gehören die Sonderausstellung zu den Anfängen der Stolpener Geschichte „Stolpen – Der Anbeginn“, die von 3. Juni bis 12. August auf der Burg Stolpen zu sehen ist, der große historische Festumzug am 10. Juni in der Stolpener Innenstadt, die Open-Air-Rockkonzerte am 17., 18. und 25. August auf der Burg Stolpen sowie der Stolpener Basaltlauf am 23. September.

www.stolpen800.de

 

Bombensicher: 700 Jahre Schloss Weesenstein

(c) Ernst Wrba

Auch Weesenstein hat gute Gründe zu feiern. Das gleichnamige filigrane Märchenschloss, das sich auf einem Felssporn über dem Müglitztal erhebt, wird 700 Jahre alt. In den sieben Jahrhunderten lebten vier bedeutende Adelsgeschlechter hier, die aus der einstigen mittelalterlichen Burg ein prächtiges Schloss machten. 350 Jahre lang war Weesenstein der repräsentative Wohnsitz der Familie von Bünau, einst mächtigstes Adelshaus in Sachsen. Später erwarben die Wettiner das Schloss. König Johann von Sachsen nutzte das Schloss für Regierungsgeschäfte und schrieb hier unter dem Pseudonym Philalethes seine Übersetzung von Dantes „Göttlicher Komödie“. Vornehme Wohn- und Festräume mit Originalmobiliar und wertvollen Tapeten zeigen den Wohlstand der einstigen Bewohner. Die Rolle der adeligen Schlossbesitzer, deren Schlösser und Sammlungen stehen im Mittelpunkt der unterhaltsamen Vorträge und Gespräche der Reihe „Geschichtenfrühstück“.

Im Zweiten Weltkrieg war Weesenstein eines der wichtigsten Kunstdepots in Sachsen. Die Dresdner Kunstsammlungen, aber auch viele private Sammler brachten ihre Kunstwerke im Schloss in Sicherheit. Die Sonderausstellung „Bombensicher! Kunstversteck Weesenstein 1945“ vom 24. März bis 7. Oktober dokumentiert diese ereignisreichen Kriegsjahre.

Zu den weiteren Höhepunkten im Jubiläumsjahr gehören das Mittelalterfest und die Winterausstellung, die die Frage beantwortet, wie Tschechen und Deutsche in Nordböhmen zwischen 1918 und 1945 zusammenlebten.

www.schloss-weesenstein.de

 

Verspielt: 90 Jahre Hohnsteiner Kasper

Und noch einer wird in diesem Jahr sehr alt, wobei man ihm das Alter gar nicht ansieht: der Hohnsteiner Kasper feiert seinen 90. Geburtstag. 1928 haucht ihm

(c) Achim Meurer

der Puppenspieler Max Jacob neues Leben ein, als er mit seiner Spielgruppe auf die Burg Hohnstein zieht. Schon bald wird die Gruppe und deren Handspielpuppen als „Die Hohnsteiner“ berühmt. Von einer kleinen Werkstatt aus, die im Familienbetrieb geführt wird, gehen bis heute die Figuren von Hohnstein aus auf ihre Reise in die ganze Welt.

Wir lieben vor allem das Hohnsteiner Puppenspielfest, das in diesem Jahr vom 25. bis 27. Mai stattfindet. Rund 20 Puppenbühnen aus ganz Deutschland zeigen ihre Vorstellungen auf der Burg Hohnstein, in der Stadtmitte und im Max Jacob Theater. Wer an diesem Wochenende schon verplant ist, kann auch eine der jährlich über 70 Vorstellungen im Max-Jacob-Theater besuchen, die Traditionsstätte Hohnsteiner Handpuppenspiel erkunden, die Hohnsteiner Handspielpuppenwerkstatt anschauen oder auf dem anderthalbstündigen Kasperpfad auf Spurensuche begeben.

www.hohnsteiner-puppenspielfest.de

www.max-jacob-theater.de

(c) Z. Patzelt

Nebenan: Highlights in der Böhmischen Schweiz

 In unserer Partnerregion, der Böhmischen Schweiz wird zu Ostern angestoßen. Dann öffnet die Wilde Klamm im Kammnitztal nach Sanierungsarbeiten wieder und feiert den 120. Geburtstag als touristisches Ziel. Wo einst Holzstämme geflößt wurden, werden schon seit 1898 Besucherkähne durch ein mystisches Naturparadies gestakt.

 Die Felsenburg Falkenštejn (Falkenstein) bei Jetřichovice (Dittersbach) ist nach 40 Jahren wieder einfacher zugänglich. Die Nationalparkverwaltung Böhmische Schweiz hat sie umfangreich sanieren lassen. Die schönsten Ecken der Dittersbacher Felsen können auch weniger Geübte nach einer kurzen Wanderung von Jetřichovice aus erreichen. Eröffnet wird am 21. April.

www.ceskesvycarsko.cz/de

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