33 Minuten: Das ist die exakte Zeitspanne zwischen Stress und Entspannung, zwischen Trubel und Idylle. 33 Minuten: So kurz ist die Fahrzeit der S-Bahn vom Dresdner Hauptbahnhof bis zum Kurort Rathen. Und doch wirkt die Hektik der Stadt hier unendlich fern.

„Da wollen wir hoch“, sagt ein Vater zu seinen drei Kindern im Kindergartenalter mit Rucksäcken auf dem Rücken. Er zeigt in Richtung der mächtigen Felswände auf der anderen Seite der Elbe. „Wow!“ Die Kleinen staunen nicht schlecht. Das Ziel ist die Basteiaussicht, der Weg dahin eine durchaus kindgerechte Wanderung, aber von hier, dem Bahnsteig am Bahnhof Kurort Rathen aus gesehen, verheißt der Aufstieg alpines Abenteuer.

Kühl und klar begrüßt die Luft an diesem Sommermorgen die Reisenden, die in Deutschlands kleinster Gemeinde aus dem Zug steigen. Mehrere Familien mit Kindern sind dabei. Die Bahn fährt weiter. Zurück bleibt Ruhe – und Urlaubsgefühl.

Es ist Ferienzeit und der staatlich anerkannte Luftkurort Rathen ist eines der Lieblingsziele von Familien. Schon die Anreise entschleunigt. Die historische Gierseilfähre, die allein durch die Kraft des Wassers von Ufer zu Ufer gelangt, bringt Besucher gemächlich und nahezu geräuschlos nach Niederrathen. Dieser Ortsteil ist verkehrsberuhigt und gehört praktisch den Fußgängern allein. Umgeben ist er von fast allen Seiten vom Nationalpark Sächsische Schweiz.

(c) Achim Meurer

Gipfelmomente für den Wandernachwuchs

Rathen ist Ausgangspunkt zahlreicher leichter Touren, die auch Kinder begeistern. Ein Klassiker ist der Spaziergang durch den Amselgrund zum Amselsee mit Kahnfahrt und Eisessen. Der Gamrig, Rathens Hausberg, bietet für den Wandernachwuchs das erste, leicht zu erreichende Gipfelglück. Und die Kleine Bastei lockt im Frühsommer mit der üppigen Blütenpracht eines Rhododendrenparks. Familien mit lauffreudigen Kindern steigen zur eigentlichen Bastei hinauf und anschließend durch die geheimnisvollen „Schwedenlöcher“ wieder hinab.

(c) Achim Meurer

Die Felsenbühne zeigt vor wunderschöner Kulisse tagsüber Stücke für Kinder und abends für Erwachsene. In den Eisenbahnwelten fasziniert Deutschlands größte Gartenbahnanlage und auf einem Kinder-Quad-Parcours können sich die Kleinen ab fünf Jahren als Nachwuchsrennfahrer ausprobieren. Langweilig wird es in Kurort Rathen also nicht so schnell.

Und wer das Glück hat, hier zu übernachten, erlebt, wie sich abends tiefer Frieden auf den Ort senkt. Romantiker genießen den Sonnenuntergang auf dem Gamrig. Auf der Klangterrasse lauschen ein paar Gäste dem sphärischen Soundtrack zum Blick auf den langsam dahinfließenden Strom. Die Karawane der Felsenbühnenbesucher zieht nach dem Schlussapplaus noch einmal zur Fähre. Und später, wenn es längst Nacht geworden ist, ist manchmal der Ruf des Waldkauzes aus dem Nationalpark zu hören.

www.kurort-rathen.de

Anreise mit ÖPNV:

·        S-Bahn S1 bis Kurort Rathen

·        oder Dampfschiff bis Kurort Rathen

Text: Sebastian Thiel

Fotos:
alle Fotos dieses Blogartikels © Achim Meurer

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