Nicht alle Gipfel des Elbsandsteingebirges sind aus Sandstein. Erloschene Vulkane sind die ästhetischen Gegenspieler der Tafelberge.

Großer Winterberg (c) J. LaštůvkaWährend sich die markanten Tafelberge aus Sandstein majestätisch und steil aufragend über dem Elbtal erheben, wirken die gedrungenen, kegelförmigen Vulkanberge, wie der Große Winterberg oder der böhmische Rosenberg deutlich weniger grazil und ausgesprochen raumgreifend. Basaltberge sind die ungleichen Brüder der Tafelberge und im Tertiär entstanden, als flüssiges Magma die Sandsteinplatte durchstieß.

Die längst erloschenen Vulkane finden sich im Elbsandsteingebirge hauptsächlich in der Hinteren Sächsischen Schweiz und in der Böhmischen Schweiz. Auch in der Gegend um Stolpen, der Nahtstelle zum Lausitzer Bergland, gab es Vulkanismus. Hier ereignete sich ein besonderes Naturschauspiel: In der heißen Lava, die sich an der Oberfläche schnell abzukühlen begann, bauten sich Spannungen auf. Risse entstanden senkrecht zu den Abkühlungsflächen.

Zurück blieb ein gewaltiger Berg aus unzähligen, bis zu 45 Zentimeter starken Säulen mit fünf bis acht akkuraten Kanten. Sie gaben der Stadt ihren Namen, wurden über Jahrhunderte immer wieder erforscht und blieben doch ein Rätsel. Erst im 19. Jahrhundert erkannte man den vulkanischen Ursprung. Im Jahr 2006 wurde dem „Basaltschlot von Stolpen“ durch die Akademie der Geowissenschaften zu Hannover im Rahmen des Wettbewerbes „Die bedeutendsten Geotope Deutschlands“ das Prädikat „Nationaler Geotop“ verliehen.

Basaltbrunnen Burg Stolpen (c) Klaus SchieckelBasalt ist eines der härtesten Gesteine überhaupt. Umso abwegiger erscheint die Idee, durch dieses Material einen Brunnen zu treiben. Und doch ist es in Stolpen auf Anordnung des Kurfürsts Christian II. so geschehen. Die Burg der Stadt sollte eine sichere Wasserversorgung bekommen. Es war ein unvorstellbar mühsames Unterfangen: Ein Tagewerk Schwerstarbeit war mit gerade einmal einem Zentimeter abgetragenen Materials kaum zu sehen. Insgesamt 22 Jahre schufteten die Bergleute am Stolpener Burgbrunnen, bis sie in 82 Meter Tiefe auf Wasser stießen. 1608 war das Werk vollendet. Noch heute ist es der tiefste Basaltbrunnen weltweit.

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