Malerwegkapelle

Wintergetestet von Nicole

Gestandene Männer, die an Aussichtspunkten vor Ergriffenheit auf die Knie sinken, eloquente Schriftstellerinnen, die vor Panoramen sprachlos sind: Vor 200 Jahren musste man im Elbsandsteingebirge damit rechnen. Es war schließlich die Romantik, die Epoche der großen Emotionen, als die spektakuläre Felsenwelt der Sächsischen Schweiz zum ersten Mal als Wanderziel entdeckt wurde.

Auf die Spuren der romantischen Maler begebe ich mich heute auch, denn es geht nach Thürmsdorf, einem reizvollen kleinen Ort zwischen Königstein und Weissig und Teil der 7. Etappe des Malerweges.

Vom Schloss Thürmsdorf führt der Malerweg an einer kleinen Obstplantage entlang Richtung Elbtal. Der Blick zur Festung Königstein ist einmalig!

Das Schloss Thürmsdorf war von 1908 bis 1935 im Besitz der Familie des Baron Freiherr Erich Moritz von Biedermann. Auf Wunsch der Ehefrau, Baronin Helene von Biedermann, wurde das Biedermannsche Mausoleum als Familiengräbnisstätte im Jahr 1920/21 erbaut, in der anschließend vier Mitglieder der Biedermannschen Familie beigesetzt wurden. Nach mehrfachen Einbrüchen in das Mausoleum und Plünderung der Gruft, wurde die Familie Biedermann in den 70er Jahren auf den Friedhof Königstein umgebettet. Seitdem verviel das Mausoleum auf Grund diverser Witterungseinflüsse zusehends. Die Arbeiten zur Restaurierung und geschichtshistorischer Sanierung erfolgte auf Initiative von Sven Erik Hitzer. Am 3. Juni 2016 wurde das Mausoleum als Kapelle ganz im ökumenischen Sinne sowohl katholisch als auch evangelisch gesegnet und geweiht.

Seit der Wiedereröffnung als Malerwegkapelle ist das frühere Biedermann-Mausoleum nun ein Andachts- und Gedenkort.

Zu den fast vergessenen Aussichtspunkten in der Sächsischen Schweiz gehört die Johann Alexander Thiele Aussicht direkt neben der Malerwegkapelle. Der Elbbogen mit den Tafelbergen war vor 200 Jahren ein beliebtes Motiv. Es spricht für den Blick der Maler, dass sie das Besondere an dieser unscheinbaren Stelle entdeckten.

Bei diesem Ausblick kann ich die Ergriffenheit der Romantiker vor 200 Jahren sehr gut verstehen.

Johann Alexander Thiele war zu seiner Zeit hochberühmt und ist heute zu Unrecht weitgehend vergessen. Thiele war von 1738 bis zu seinem Lebensende als kursächsischer Hofmaler Augusts III. in Dresden tätig. Er schuf zahlreiche Ansichten die u.a. das Elbtal zwischen Meißen, Dresden und Pirna bis zur Festung Königstein zeigen. Dank der Malerweg-Stele an diesem Aussichtspunkt kann man wunderbar die damalige Sichtweise von Johann Alexander Thiele mit der heutigen Situation vergleichen.

Du möchtest die Tür zur Malerwegkapelle selbst mal öffnen?! Hier ist dein Weg zur Tür: www.malerweg.de


Mitmachen und gewinnen Noventskalender 2021

17.11.2021 Tür Nummer 17

Hinter dem heutigen Türchen verbirgt sich das Buch “Sächsische Schweiz – Eine Entdeckungsreise in faszinierenden Bildern” von Philipp Zieger.

Teilnahmebedingungen des Gewinnspiels

Um an der Verlosung teilzunehmen, musst Du folgende Frage richtig beantworten:

Für was war die Malerwegkapelle ursprünglich gedacht? Die richtige Antwort lautet als Mausoleum der Familie Biedermann. Die Gewinnerin ist Cornelia Bertram.



Bilder:

Thürmsdorf (c) Hans Fineart

Blick von Thürmsdorf zur Festung Königstein (c) Hans Fineart

Malerwegkapelle (c) Hans Fineart

Johann Alexander Thiele Aussicht (c) Hans Fineart

Malerweg-Stele an der Johann Alexander Thiele-Aussicht (c) Hans Fineart

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Kategorien: Winter

Ein Kommentar

Noventskalender Türchen 17

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