Wer liebt nicht die Abwechslung? Auch im schönsten Wanderurlaub sind Pausentage das Salz in der Suppe. Und in der Sächsischen Schweiz gibt es viele Alternativen, den Urlaub zu würzen. Bestens Bescheid wissen natürlich die Einheimischen. Wir haben uns ihre liebsten Freizeitziele zeigen lassen. Folge 2 unserer Miniserie: Das Elbe-Freizeitland Königstein.

Popp, Popp, Popp: Die orangen Bälle aus den Druckluftkanonen fliegen dem siebenjährigen Jaron und seinen Freunden nur so um die Ohren. Es ist wie eine Schneeballschlacht im Sommer. Sofort kommt Kindergeburtstagsstimmung auf. „Zeig mal deine Bälle, die klau ich mir“, ruft Jarons Mutter Juliane und schnappt sich die nächste Ladung.

Es ist ein warmer, sonniger Tag im Frühsommer im Elbe-Freizeitland. Jaron aus dem benachbarten Gohrisch, seine Eltern und fünf Freunde beschießen sich in der Softball-Arena mit Schaumgummibällen. Diana Blanco Reynoso, die Inhaberin des Elbe-Freizeitlands, stößt dazu. Sie begrüßt uns stilecht mit schwarzem Cowboyhut auf dem Kopf und wird heute unser Guide durch die Abenteuerwelt am Rande der Stadt sein. Das Elbe-Freizeitland liegt am Ortsausgang von Königstein in Richtung Bad Schandau direkt an der Elbe mit Blick auf den imposanten Tafelberg Lilienstein.

Butterfly: Pendelbahn mit ordentlich Schwung

Nächste Station: „Butterfly“. In U-Form ragen die Schienen einer Pendelbahn sieben Meter in den Himmel. In der Mitte steht ein einzelner Wagen, ähnlich dem einer Achterbahn. Jaron und Vater Johannes nehmen gegenüber Platz. Jaron drückt den Startknopf. Mit einem Ruck setzt sich das Gefährt in Bewegung. „Aaaah“, ruft Johannes, „wir fahren hoch“, und umfasst den Sicherheitsbügel fester. Jaron bleibt entspannt und lächelt zufrieden. Er weiß, was gleich passiert.

Als die maximale Höhe erreicht ist, saust der Wagen rückwärts hinab und auf der anderen Seite durch den Schwung wieder nach oben. „Uuuh“, keucht Johannes in der kurzen Verschnaufpause am Wendepunkt, bevor der Wagen wieder beschleunigt. Diesmal in die andere Richtung. Jaron jauchzt. So geht es mehrmals wie auf einer riesigen Schaukel, bis der Wagen sich ausgependelt hat. Nach zwei Minuten ist der Spaß vorbei. Auf zum „Himmelsstürmer“.

Himmelsstürmer: Bungee-Jumping vom Boden aus

Wie die Startrampe einer Mondrakete ragt der Stahlturm 25 Meter in die Höhe. Es ist eine imposante Erscheinung. Zwei armdicke elastische Seilbündel hängen von weit oben bis zu uns herab. Furchtlose Besucher können sich in den Himmel katapultieren lassen, ein Stück zumindest. Es ist ein bisschen wie Bungee-Jumping – nur vom Boden aus, kontrollierter und mit dem Kopf nach oben. Die Kinder dürfen hier nur zuschauen, denn das Mindestgewicht liegt bei 50 Kilogramm. Jarons Eltern entscheiden sich für die Einsteigervariante. Also nicht schnipsen, sondern langsam in die Höhe ziehen lassen und von oben die Aussicht genießen. „Jippieh“, ruft Johannes aus der Höhe. „Das ist schon echt wie fliegen.“

Twister: Karussell mit Armkraftantrieb

Twister, ein Karussell mit Armkraftantrieb, steht als nächstes auf unserer Checkliste. Von der Wellenrutsche ist es nur ein Katzensprung dahin. Jaron, seine Eltern und die fünf Freunde nehmen Platz. Mit „Hau ruck, hau ruck, hau ruck“ bringen Kinder und Eltern das Gefährt in Schwung – erst langsam, dann immer schneller. „Seid ihr bereit für das Weltall?“, ruft Johannes den Mitfahrern zu. Doch für das Abheben ist der Twister nicht gebaut.

Riesenwellenrutsche: im Gleichtakt hinab

Jarons Mama Juliane und Thor, ein Freund Jarons, probieren noch kurz das ebenfalls am Turm montierte Piratennetz aus. Bis in luftige 25 Meter können Wagemutige an dem wackeligen Kletternetz kraxeln und sich dabei wie echte Seemänner fühlen. So hoch wollen Juliane und Thor heute nicht. Der Rest der Gruppe wartet bereits ungeduldig, dass es weiter geht.

Am Fuß der Riesenwellenrutsche schnappen sich Jaron, Jamal, Gaith und Jasmina je einen Rutschsack und rennen damit die Treppe hinauf. Oben schlüpfen sie mit den Beinen in die Säcke und gleiten auf vier Bahnen über die Wellenberge nebeneinander wieder hinab.

Jungle-Loop: Kribbeln im Bauch

Dafür gibt es die beiden nächsten Stationen. Eine davon ist eine große Trampolinanlage, auf der sechs Kinder gleichzeitig hüpfen können. Jaron und einige andere stürmen dahin. Jasmina möchte heute lieber den Jungle Loop ausprobieren, eine motorbetriebene Schaukel, mit der sogar Überschläge möglich sind. Diana setzt sich gemeinsam mit ihr in die Gondel. Schwung holen die beiden mit einem Hebel. Beim Auf- und Abschwingen kreischen sie laut.

Fazit: Perfekt für einen Tag Abenteuer und Bewegung in Familie

Zwei Stunden sind wie im Flug vergangen und wir haben noch längst nicht alle der Attraktionen ausprobiert. Zeit für eine Pause. Vom ganzen Toben, Hüpfen, Klettern, Rutschen und Schaukeln haben die Kinder rote Wangen bekommen. Bei einer Runde Kaugummieis im Schatten ziehen wir ein Fazit. „Hier gibt es wirklich coole Attraktionen“, sagt Juliane. Vor allem sei es nicht wie in einem großen Freizeitpark mit viel Brimborium. Ihr Mann ergänzt: „Es ist fantastisch. Das hätte ich mir als Kind auch gewünscht.“

Das Elbe-Freizeitland ist ein Ziel für die ganze Familie. 22 der 26 Attraktionen können Kinder ab Vorschulalter ausprobieren, darunter ein Klettergarten, ein Labyrinth und eine mit Beinkraft betriebene Hochbahn. Für jüngere Geschwisterkinder gibt es ein Piratenschiff-Sandkasten, einen Abenteuerspielplatz und einen Klettervulkan. Hinzu kommen vier Stationen für ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Dazu gehören die Seilbahn Flying Fox oder die Kletterwand. Positiv: Die meisten Stationen animieren zur Bewegung. Perfekt zum Austoben.


Mehr Infos

Adresse

Am Alten Sägewerk 3a
01824 Königstein

Öffnungszeiten

April bis Oktober
10 bis 18 Uhr
Bei schlechter Witterung können einzelne Attraktionen geschlossen werden.

Verpflegung

Kleines Imbissangebot im Freizeitpark. Nebenan befindet sich die Panoramagaststätte Bomätscher mit einer großen Auswahl an Kindergerichten.


Fotos und Text: Sebastian Thiel und Angela Zimmerling

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