Aus der Leidenschaft für feurige Soßen hat der Saupsdorfer Oliver Lange ein scharfes Geschäft gemacht.

Oliver Lange ist ein Exot unter den Produzenten in der Sächsischen Schweiz. Weder Milch noch Käse, weder Fisch noch Fleisch, auch nicht Brot oder Bier stellt der 29-Jährige her. Nein, sondern Soßen aus einer der schärfsten Chilischoten der Welt. Rot und gelb leuchten die Habaneros aus dem grünen Blattwerk in seinen Gewächshäusern in Saupsdorf bei Sebnitz.

Zwei Jahre hat der Chili-Connaisseur mit 20 verschiedenen Sorten experimentiert, bevor er sich sicher war, die perfekte Schote gefunden zu haben. „Die Habanero ist die einzige Chilisorte, die ich kenne, die scharf und fruchtig zugleich ist“, schwärmt er. Wenn man ein winziges Stück abschneide und es im Mund zerbeiße, verschwände die Schärfe nach zehn Minuten, und zurück bliebe ein fruchtig-frischer Geschmack.

Vor mehr zehn Jahren entdeckte der gelernte Metallbauer seine Vorliebe für die scharfe Küche. Doch was an Chilisoßen auf dem Markt war, sagte ihm nicht zu: zu ölig, aus Konzentrat, geschmacksverstärkt, zu teuer. Das wollte er besser machen. Aus der Produktion für den Eigenbedarf, für Familie und Freunde ist über die Jahre ein kleines Gewerbe gewachsen.

Oma schnippelt das Gemüse.

Als „Der Soßenpate“ verkauft Oliver Lange im eigenen Online-Shop extra milde bis extrascharfe selbst gekochte Chilisoßen, die La Eme, Elb-Capone oder Don Knobi heißen. Es läuft gut. Mittlerweile bestellen Kunden aus ganz Deutschland. Jedes Jahr hat sich die Menge seiner Pflanzen verdoppelt. 140 sind es, die derzeit in einem großen Gewächshaus und in drei kleineren gedeihen. Hinzu kommen Tomaten, Zwiebeln, Paprika, Zucchini und Knoblauch als Basis für die Soßen.

Und was wäre ein Pate ohne seine famiglia? Oma schnippelt das Gemüse. Opa spült die Gläser. Die Schwester betreut den Instagram-Kanal. Die Mutter, eine Bäckerin und seine Partnerin, die in der Gastronomie arbeitet, geben Tipps. Er selbst schwingt den Kochlöffel, probiert und experimentiert am Herd und kümmert sich gemeinsam mit einem befreundeten Kollegen um die Arbeit in den Gewächshäusern.

Im Moment hat Oliver Lange zwei Jobs, den als Soßenpaten und den als Metallbauer. Wie lange er das parallel machen wird? Er weiß es noch nicht.

www.der-sossenpate.de

Gutes von hier

Regionalsiegel Gutes von Hier

Regionalsiegel Gutes von hier.

Weitere regionale Produkte aus der Sächsischen Schweiz erkennen Gäste am Siegel „Gutes von hier“. Unter dem Motto „Kurze Wege – langer Genuss“ arbeiten in der Sächsischen Schweiz regionale Produzenten und Händler unter dem Dach des Vereins „Landschaf(f)t Zukunft“ zusammen. Der Aktionsradius der Initiative erstreckt sich von Pirna aus mittlerweile bis in das Erzgebirge und nach Dresden. www.gutes-von-hier.org

Text: Sebastian Thiel

Fotos:
Tourismusbörse 2019 © Oliver Lange
Regionalsiegel Gutes von hier. © Landschaf(f)t Zukunft e.V.

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Kategorien: Kulinarisches