Meine Freundin und ich wollten, wie viele andere auch am 15.04.2017 zum Osterfeuer nach Bad Schandau, mit dem Unterschied, dass wir eines der lustigsten und zugleich faszinierendsten Abenteuer erlebten. Abgesehen davon, dass unser Treffen am Bahnhof völlig schief ging und wir 2 Züge später fahren mussten, verbrachten wir ein paar schöne Stunden im Elbe-Freizeitland in Königstein. Der Adrenalinpark hielt was er versprach und sorgte mit dem anschließenden, kniffligen Labyrinth für jede Menge Spaß und gute Laune.

Ca. 15:00 Uhr fuhren wir mit dem Zug von Königstein + Fährfahrt bis Bad  Schandau. Dort wollten wir erst mal essen und gingen auf den Marktplatz, wo uns ein gelber Mustang auffiel, in dem nur ein alter Mann saß. Nur 5 Minuten später tauchte ein zweiter knallgelber Sportwagen auf, der direkt vor uns (und somit dem 5 Sterne Hotel) anhielt. Gespannt starrten wir auf das Auto, aus dem ganz unerwartet zwei attraktive junge Männer ausstiegen, die uns anschauten. Nach gefühlten 10 langen Stunden Blickkontakt ohne Wortwechsel (was vielleicht 5 Sekunden waren) gingen die beiden Selbstsicher in das Hotel.

Was machen nun zwei junge Mädchen in solch einer Situation? Alles analysieren. Das erste was uns einfiel: „Cool, gutaussehende Jungs in unserem Alter“ das zweite war: „Wer hat in dem Alter so viel Geld?“ und das dritte „Wie könnte man am besten Kontakt knüpfen?“ Hierbei sollte man erwähnen, dass meine Freundin und ich in sowas sehr wenig Erfahrung haben, da wir zu den vernünftigsten Mädchen gehören. Unsere Eltern meinen schon immer wir sollen mal etwas Erleben und Jungs kennenlernen. Ich kramte einen kleinen, zerfransten Zettel sowie einen nicht mehr gut schreibenden Stift raus, mit dem wir unsere Telefonnummern aufschrieben. Natürlich mit unseren wunderschönen Spitznamen: „Jessi“ und „Bella“. Auch eine kleine Notiz sollte nicht fehlen. Am Ende sah unser Zettel ungefähr so aus:

Auf dem Weg zurück zum Auto folgte die Frage: „Wer steckt den Zettel jetzt zwischen die Scheibenwischer ans Auto?“ Ich übernahm diese Aufgabe schlussendlich und heftete den Zettel mehr oder weniger unauffällig beim vorbeigehen dran. Wir entfernten uns vom Markt-und Parkplatz in Richtung Festwiese, als meine Freundin ganz trocken meinte: „Die Jungs werden sich wahrscheinlich eh nicht melden, außerdem kommen Sie aus Hamburg.“ Ich fragte: „Hä warum aus Hamburg?“ „Naja auf dem Kennzeichen stand HH => Hansestadt Hamburg!“ In dem Moment fing ich an alles zu realisieren und sagte: „Du weist schon, dass Wincent Weiss aus der Nähe von Hamburg kommt?“

Sie war jedoch der Meinung Wincent Weiss sieht ganz anders aus und es hätten mehr Leute da gestanden wenn er es gewesen wäre. Mit einem unwohlen Gefühl holten wir uns etwas zu essen und gingen an die Bühne, um beim Soundcheck zuzuhören, als uns beiden plötzlich der Atem stockte. Auf der Bühne standen zwei Jungs, ein braunhaariger mit grauem Pullover und ein blonder mit Herschel Rucksack, über den wir erst noch diskutiert hatten! Jetzt war uns beiden bewusst, dass wir einem nicht ganz unbekannten Menschen ca. 3-5 Meter entfernt gegenüberstanden und einen unserer peinlichsten „Briefe“ geschrieben haben. Wir liefen im schnellen Tempo zurück zum Auto, um den Zettel zu entfernen, nur leider leider war das Auto weg! Vermutlich in der Tiefgarage geparkt.  Es blieb uns also nichts weiter übrig als den restlichen Abend mit Scham, Lachen und jeder Menge möglichen Theorien zu verbringen.

Und auch wenn bis heute keine Nachricht kam, der Tag bleibt für uns beide unvergesslich und wird zum Erlebnis 2017 in Bad Schandau sowie der Sächsischen Schweiz.

 

Gastautor: Jessica Auerswald

 

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