Gastbeitrag von Franziska Reusch
Einfach mal abschalten, der hektischen Großstadt für ein paar Tage den Rücken kehren. In die Natur eintauchen, den Alltag vergessen. Den Nationalpark „Sächsischer Schweiz“ erforschen. Vier wundervolle Tage voller Spaziergänge, Entdeckungen und neuer Eindrücke.
Meine treue Reisebegleiterin Mila habe ich dabei immer an meiner Seite. Sie ist eine fast zweijährige Bernerdame, voller Flausen im Kopf und Hummeln im Hintern. Eine wundervolle Seele von Hund, treu, aufgeweckt und das Herz am rechten Fleck, folgt sie mir überall hin. Gemeinsam haben wir schon so einige Abenteuer und Reisen erleben dürfen und immer wieder neue Orte entdeckt. Nun geht es für uns in die Sächsische Schweiz. Untergebracht sind wir in Bad Schandau, ein kleines gemütliches Städtchen nahe der tschechischen Grenze. Von dort haben wir es nie sonderlich weit zu unseren Ausflugszielen.

Am ersten Tag besuchen wir die Basteibrücke, zu Fuß ist sie innerhalb von 15 Minuten sehr leicht zu erreichen. Hunde sind hier erlaubt, im gesamtem Nationalpark der Sächsischen Schweiz herrscht aufgrund der geschützten Flora und Fauna allerdings strenge Leinenpflicht. Die Basteibrücke führt hinüber zu den Ruinen einer alten Burg, die im 14. Jahrhundert erbaut und später nahezu vollständig zerstört wurde. Die Wege rundherum sind mit Treppen erschlossen, hier muss man gut aufpassen. Auch wenn alles durch Absperrungen gesichert ist, sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit auf jeden Fall von Vorteil. Die anliegenden farbenfrohen Wälder haben uns hinterher noch zu einem wunderschönen Spaziergang gelockt. Über bunte, raschelnde Blätter zu jagen, freut Mila immer ganz besonders.

Für den zweiten Tag suchten wir uns den wunderschönen Wanderweg zum Amselsee aus. Das goldene Herbstlicht lässt uns dabei nicht im Stich und scheint immer mal wieder durch die Bäume. Der Weg führt zunächst durch ein kleines Dörfchen, vorbei am kleinen Wasserfall „Amselfall“ gehen wir noch ein gutes Stückchen am Bach hinunter und werden mit einer tollen Spiegelung am Amselsee belohnt. Generell ist wirklich sehr wenig los und wir konnten die Ruhe genießen. Die Schwedenlöcher lassen wir aufgrund der vielen Treppen aus, auch wenn sie wirklich sehr beeindruckend aussehen. Von ganz oben hat man eine tolle Aussicht auf die umliegenden Felsen der Basteibrücke.


Müde von den ganzen neuen Eindrücken geht es zurück zum Auto.
Wir fahren nach einer kurzen Stärkung weiter ins Polenztal. Enge Serpentinen führen hinunter zum Parkplatz. Auf gut ausgebauten Treppen geht es für uns zu Fuß wieder hoch. Ein weiterer toller Ausblick, über eine alte Steinbrücke, die sehr imposant aussieht. Wir machen wir noch einen kleinen Abstecher in den bunten, herbstlichen Wald, und lassen den Tag dort ausklingen.

Am dritten Tag klingelt der Wecker schon um 4 Uhr morgens. Unser Ziel heute ist der Kleine Winterberg mit seiner beeindruckenden Steinformation und dem weiten Ausblick in den Nationalpark Sächsisch-Böhmische Schweiz. Man braucht eine gute Stunde. Zuerst führt uns der Weg über eine breite Forststraße und schließlich erklimmen wir die etwa 300 Stufen zum Kleinen Winterberg. Mila hat viel Spaß im Laub und die Treppen sind für sie auch gar kein Problem. Bei Bedarf kann man den Hund auch direkt neben den Treppen hoch führen. Ganz kleine Hunde kann man über diese Abschnitte tragen. Oben angekommen, werden wir mit einer bezaubernden Aussicht belohnt, der Wind bläst uns um die Ohren und wir suchen uns ein Plätzchen im Windschatten. Dort packen wir unser Frühstück aus und genießen die Ruhe in der Natur und einen schönen
Sonnenaufgang. Die Mühe und das frühe Aufstehen haben sich gelohnt.

Nach einer kleinen Mittagsruhe möchten wir uns noch die Herkulessäulen ansehen. Hierbei handelt es sich um zwei schlanke, emporragende Felstürme im Bielatal. Der Weg dorthin schlängelt sich durch einen wunderschönen Wald mit vielen kleinen Lichtungen.


Die Zeit vergeht wie im Flug und plötzlich bricht schon der letzte Tag unserer Reise an. Hierfür haben wir uns einen ganz besonderen Ort ausgesucht. Die Schrammsteinaussicht. Direkt dorthin kommt man wirklich nur über Stiegen und Leitern, dies ist absolut ungeeignet für eine Wanderung mit Hund. Man kann diese aber ganz gut umgehen. Wir gehen wir an der Wildwiese unterhalb der Schrammsteine über die untere Affensteinpromenade und kommen so auf den Lehnsteig, ganz ohne Leitern und Stiegen. Pünktlich zum Sonnenuntergang kommen wir oben an, packen unser Proviant aus und genießen den letzten Abend. Mila kuschelt sich wie immer ganz dicht an mich, sie ist ganz schön erschöpft, aber wahnsinnig glücklich.

Beeindruckt von der einzigartigen, besonderen Landschaft, erledigt von den vielen neuen Eindrücken, Abenteuern, kleinen und großen Wanderungen, freuen wir uns jetzt schon wieder, zurückzukehren. Wir haben eine wundervolle Zeit hier verbracht, die wir so schnell nicht vergessen werden. Ein perfektes Ausflugsziel für Hund und Mensch. Allerdings gilt es zu beachten, dass einige Wege durch die Stiegen und Leitern tatsächlich mit Hund nicht zugänglich sind. Wenn Hunde nicht gerne Treppen laufen (sollen, dürfen, können) und sollte man ihnen behilflich sein. Hierbei kann man kleinere Hunde hochnehmen oder sie neben der Treppe hinaufgeleiten.
Der Nationalpark ist sehr weitläufig. Gerade im November hat man hier meistens seine Ruhe und kann mit der Natur eins sein. Ausreichend zu Trinken und eine kleine Stärkung für den tapferen Vierbeiner sollte man natürlich auch nicht vergessen mitzunehmen.

Wir werden noch viel an diese schönen Tage zurückdenken und freuen uns auf ein Wiedersehen.

Franziska Reusch (Instagram: @franzi.reusch)

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Fred & Otto unterwegs in der Sächsischen Schweiz

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Fotos:
alle Fotos dieses Blogartikels © Alexander Ratzing

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